Harvey Weinstein plädiert bei Anhörung in Los Angeles auf "nicht schuldig"

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Harvey Weinstein im Februar 2020

Der wegen Sexualverbrechen verurteilte frühere Hollywood-Mogul Harvey Weinstein hat vor einem Gericht in Los Angeles angesichts weiterer Anklagen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung von fünf Frauen auf "nicht schuldig" plädiert. Der 69-Jährige kam am Mittwoch in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal, ließ jedoch nur seinen Anwalt sprechen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 140 Jahren.

Am Vortag war der "Pulp Fiction"-Produzent aus New York ins kalifornische Los Angeles überstellt worden. In der Ostküstenmetropole sitzt er seit vergangenem Jahr eine 23-jährige Haftstrafe ab. Weinsteins Anwälte hatten im Vorfeld versucht, eine Überstellung ihres Mandanten nach Los Angeles zu verhindern, und unter anderem gesundheitliche Gründe angeführt.

In Kalifornien wird Harvey Weinstein unter anderem beschuldigt, im Februar 2013 ein italienisches Model in einem Hotel in Beverly Hills vergewaltigt und anschließend Lauren Young, eine angehende Schauspielerin, im Badezimmer eines anderen Hotels sexuell missbraucht zu haben. Young trat bereits als Zeugin im Prozess in New York auf. Die anderen Anklagen gegen Weinstein in Los Angeles reichen bis ins Jahr 2004 zurück.

Eine New Yorker Geschworenen-Jury hatte den Gründer des Miramax-Filmstudios im Februar 2020 der Vergewaltigung in einem minder schweren Fall und der schweren sexuellen Nötigung schuldig gesprochen. Im folgenden Monat verurteilte ein Richter Weinstein zu 23 Jahren Haft. Weinstein, der alle Vorwürfe zurückweist, hat Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt.

Insgesamt haben rund 90 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Salma Hayek und Gwyneth Paltrow, Weinstein sexuelle Belästigung oder Gewalt vorgeworfen. Das Bekanntwerden der Vorwürfe löste im Herbst 2017 die weltweite #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen aus.

mkü/fwe

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