Harvey Weinstein: So empört reagiert das Netz auf Quentin Tarantinos Mitwisserschaft

Kult-Regisseur Quentin Tarantino wusste zwei Jahrzehnte von Weinsteins Verfehlungen, zog es aber vor zu schweigen. (Bild: dpa)

Er habe seit zwei Jahrzehnten Bescheid gewusst. Unternommen hat Quentin Tarantino aber nichts gegen die Umtriebe seines Freundes Harvey Weinstein. Sein Schweigen wird dem Kult-Regisseur nun zum Verhängnis. Viele Fans kehren im bitter enttäuscht den Rücken zu.

„Ich wusste genug, um mehr zu tun, als ich getan habe.“ Es ist ein Satz, der nicht nur in Hollywood lange nachhallen wird, sondern auch in der Karriere von Quentin Tarantino. Diese Worte, die der Kult-Regisseur („Pulp Fiction“) in einem Interview mit der „New York Times“ fallen ließ, könnten dem 54-Jährigen nämlich nun zum Verhängnis werden.

Seit 25 Jahren sind Quentin Tarantino und Harvey Weinstein eng befreundet. Nun gestand er: „Ich wusste, er hat einige dieser Dinge getan.“ Inzwischen werfen Weinstein mehr als fünfzig Frauen, die meisten daruter Schauspielerinnen, vor, sie sexuell genötigt oder missbraucht zu haben. Tarantinos Jahrzehnte lange Mitwisserschaft könnte ihm nun die Karriere kosten. Denn wer will schon mit einem Mann zusammenarbeiten, der beim Missbrauch von Frauen ein Auge zudrückt.

Auf Twitter ist der Unmut der Tarantino-Fans groß. Viele können kaum glauben, dass ihr Idol moralisch so ungefestigt ist. Ein JonnyDGrant schreibt auf Twitter: „Eines meiner Vorbilder hat zugegeben, dass er von Anfang an Bescheid wusste. Ich weiß seine Ehrlichkeit zu schätzen, aber seine Filme werden für immer mit Enttäuschung befleckt sein.“

Ein anderer User schreibt: „Mich enttäuscht nicht nur, dass Tarantino im Fall Weinstein nichts gesagt hat, sondern dass er auch weiter mit dessen Firma zusammenarbeitete.“

Auch Fans aus Deutschland können es nicht fassen. Eine Userin ist vor allem darüber entsetzt, dass Trantinos Ex-Freundin Mira Sorvino ihm gebeichtet hatte, dass sie von Weinstein belästigt wurde, Tarantino das aber einfach ignoriert hat.

Teresa Bücker, Chefredakteuerin des Frauenmagazins „Edition F“, fragt sich, was aus männlichen Werten geworden ist:

Und dieser User bringt es auf den Punkt: