„Harvey“ beeinträchtigt US-Wirtschaft immer stärker

Rettungskräfte nach dem Sturm Harvey in Houstan, Texas

Der verheerende Tropensturm „Harvey“ wirkt sich immer stärker auf die US-Wirtschaft aus. Entlang der texanischen Golfküste haben mehrere Großraffinerien den Betrieb eingestellt oder gedrosselt. Der Großraum Houston, wo knapp sieben Millionen Menschen leben, war am Dienstag größtenteils überschwemmt. Experten gehen davon aus, dass allein die versicherten Schäden eine Summe von 20 Milliarden Dollar erreichen könnten. US-Präsident Donald Trump flog in die Katastrophenregion, um sich ein Bild von den Verwüstungen und den Rettungsmaßnahmen zu machen. Bis Dienstag wurden neun Todesopfer gezählt. Allein in Houston sollen 30.000 Menschen in Notunterkünften ausharren.

Auf die Golfküste entfällt etwa die Hälfte der gesamten Raffineriekapazität der USA. Die gesamte amerikanische Produktion ist wegen "Harvey" schon um 15 Prozent verringert. Insidern zufolge könnten in dieser Woche weitere Anlagen geschlossen werden. In der größten US-Raffinerie Port Arthur, die von Motiva Enterprises betrieben wird und 135 Kilometer östlich von Houston liegt, wurde die Produktion eingeschränkt, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr. Noch am Dienstag sollte entschieden werden, ob die Anlage komplett geschlossen wird.

An den Terminmärkten hat der Benzinpreis seit Mittwoch vergangener Woche um knapp acht Prozent angezogen. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) werden aber die auf Rekordhöhen befindlichen US-Lagerbestände aber potenzielle Engpässe abmildern. Das gelte sowohl für raffinierte Produkte wie Treibstoff als auch für Rohöl. Zudem könnte die IEA auch Notreserven freigeben.

Auch die Chemieindustrie ist in Texas beeinträchtigt. Der deutsche Spezialchemiekonzern Evonik etwa schloss zwei Standorte. Die Höhe des Schadens sei noch nicht zu beziffern. Auch bei der Bayer-Tochter Covestro gibt es Einschränkungen.

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