Harvard-Jurastudentinnen lassen sich für Fotoshooting von "Black Panther" inspirieren

Harvard-Jurastudentinnen stehen gemeinsam solidarisch in einer Wakanda-inspirierten Pose, um anderen Mut zu machen. (Bild: Will Sterling)

Im Laufe der Jahre wurde die Vergangenheit der Harvard Law School in Bezug auf ihre beunruhigenden Verbindungen zur Sklaverei in Amerika enthüllt und die Bildungseinrichtung geriet wegen dieses historischen Fehltritts in die Kritik. Danach wurde auf dem Campus eine Gedenktafel angebracht, um die versklavten Menschen zu ehren, deren Arbeit Reichtum schuf und es ermöglichte, dass die Schule 1817 ihre Pforten öffnete. Jetzt hat sich eine Gruppe schwarzer Harvard-Jurastudentinnen für eine Fotoserie zusammengetan, um den Wandel und die Vielfalt im Gegensatz zur schwierigen Geschichte zu verdeutlichen und zu zeigen, wie sehr sich die Einrichtung verändert hat.

Am 6. Mai teilte Jazzmin Carr, Jurastudentin im dritten Jahr, ein beeindruckendes Foto auf Instagram, das neun schwarze Frauen der Harvard Law School in schwarzen Outfits mit goldenen Accessoires und verschränkten Armen vor der Brust zeigt. Die Bildunterschrift lautete: „Für farbige Mädels [die Harvard Law eroberten / Als sich mit Amerikas Trash-Patriarchat begnügen nicht ] genug war ••••• Ladies der Harvard Black Law Students Associations Klasse 2018.“ Carr fügte auch das Hashtag #WakandaForever hinzu. Seit der Veröffentlichung erhielt das Bild über 1.000 Likes und inspirierende Kommentare wie „Gebildete schwarze Frauen am Horizont!!!“

Die Frauen auf dem Foto sind Mitglieder der Harvard Black Law Students Association (Harvard BLSA). Carr, die 2017 und 2018 die Präsidentin der Organisation ist, wollte etwas Besonderes machen, um das 50-jährige Bestehen des Vereins zu feiern, und genau das tat sie.

„Als wir die reiche Geschichte und die Wegbereiter unserer Organisation feierten und ihrer gedachten, wollte ich unsere derzeitigen Mitglieder für ein Foto zusammenbringen, um zu zeigen, wo und wer wir heute sind“, erzählt sie Yahoo Lifestyle. „Da ein 50-jähriges Jubiläum oft als ,Goldenes Jubiläum‘ bezeichnet wird, war die Verwendung von goldenen Akzenten die naheliegende Wahl. Ich wollte, dass das Konzept, die Farben und das Styling subtil etwas Tiefergründiges ausdrücken und entschied mich schließlich für ,Black Gold‘ als Konzept. Der Ausdruck ‚schwarzes Gold‘ wird oft informell verwendet, um Öl als eine natürliche Ressource zu beschreiben, die schwarz ist und einen hohen Wert hat und die Nationen oft in den Krieg treibt, um es zu schützen. Schwarzes Gold ist eines der wenigen Wörter im englischen Lexikon, bei denen die Assoziation mit der Farbe Schwarz eine positive Konnotation, ja sogar einen Wert hat.“

Nachdem sie den BLSA-Mitgliedern das vorgeschlagene Konzept und die Bedeutung dahinter per E-Mail zugeschickt hatte, erhielt Carr viel positives Feedback und Begeisterung für das bevorstehende Fotoshooting. „In diesen speziellen Aufnahmen haben wir verschiedene Facetten der Magie schwarzer Mädchen aus der gesamten afrikanischen Diaspora eingefangen und zusätzlich zu den Gelehrten auch Mütter, Ehefrauen, erfahrene Führungskräfte, Aktivistinnen, Gemeindeorganisatorinnen, Unternehmerinnen und eine Veteranin dargestellt. Die Idee war, dass wir nicht nur selbstbewusst, würdevoll und entschlossen, sondern auch weich, mitfühlend und verletzlich sind – denn schwarze Frauen sind dynamisch, komplex und vielfältig mit Kraft und Tiefe.“ Das Fotoshooting dauerte fast zweieinhalb Stunden und die Ergebnisse fanden viel Anklang.

Harvard Law School Frauen posieren mit gelben Blumen im Haar, die, wie Jazzmin Carr erklärt, für „Freundschaft, kindliche Liebe, Wärme, Mitgefühl und Sanftmut“ stehen. (Foto: Will Sterling)

Zu der von “Black Panther” inspirierten Pose mit verschränkten Armen erklärt Carr, dass es die Idee war, „die Welt von Wakanda mit unserer Realität als schwarze Jurastudentinnen zu verschmelzen und Raum und Kultur an unserer Institution zu schaffen.“

Sie fügt hinzu: „Ich persönlich glaube, dass wir der Macht der Repräsentation in den Mainstream-Medien keinen Gefallen erweisen, indem wir Wakanda aus ‘Black Panther’ nur auf Fiktion beschränken. In unserer Gesellschaft haben Medienausbeutung und Propaganda durch fiktive Filme, Karikaturen, Satire und dergleichen dazu beigetragen, unterdrückende Institutionen wie Sklaverei und Jim Crow durch die Fehlinterpretation und Verunglimpfung schwarzer Identitäten zu verfestigen. ‘Black Panther’ war zwar fiktiv, aber von unserem sehr realen afrikanischen Erbe beeinflusst und ein wichtiger Schritt, um die vorherrschenden Geschichten und Diskurse, die unserer Gemeinschaft seit langem schaden, richtigzustellen.“

Zusätzlich zum Foto der Organisation im Wakanda-Stil gibt es weitere Bilder aus der Serie mit Mitgliedern, die in Formation mit gelben Blumen im Haar stehen, die „Freundschaft, kindliche Liebe, Wärme, Mitgefühl und Sanftmut“ repräsentieren, so Carr. Jedes Foto hat eine bekräftigende Bildunterschrift von revolutionären Denkern, Schriftstellern und Aktivisten wie Ntozake Shange, Malcolm X und Kimberlé Williams Crenshaw.

Die Harvard Law School hat nach der School of Law der Howard University die meisten schwarzen Jura-Absolventen in den Vereinigten Staaten und eine der größten BLSA des Landes. Dies sind Auszeichnungen, die Carr durchaus zu schätzen weiß und der Abschluss an einer so renommierten Universität ist eine große Ehre und einer der wichtigsten Momente ihres Lebens. Wenn sie an ihren ersten Vorlesungstag dieses Jahres denkt, so erinnert sie sich daran, wie ihre Einrichtung öffentlich anerkannte, dass sie indirekt und finanziell die Sklavenhaltung im Süden unterstützt hatte.

„Dieser Moment, obwohl er vor dem Hintergrund der Schrecken der Sklaverei und Unterdrückung, mit dem unsere Vorfahren konfrontiert waren, extrem klein erschien, diente als Erinnerung daran, warum ich mich überhaupt für Jura entschieden hatte – um den Unterdrückten zu helfen, die Ausgegrenzten in die Mitte der Gesellschaft zu holen und Gemeinschaften durch Möglichkeiten zu verändern“, sagt sie. „Schwarze Harvard-Jurastudenten sind nicht untätig geblieben und haben sich nicht zu Komplizen dieses Ortes gemacht, der für uns weder entworfen noch historisch offen war. Wir haben diesen Raum herausgefordert, umgestaltet und zurückerobert, für den schwarzes Leben, schwarzer Einfallsreichtum und schwarzes Opfer die Grundlage waren. Ich bin stolz, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die dafür steht und auch meine Familie ist stolz darauf. Das ist mein ,Erbe’-Abschluss.”

Mitglieder der Harvard Black Law Students Association posieren eindrucksvoll auf dem Campus. (Foto: Will Sterling)

Jacqueline Laurean Yates