Terror-Experte warnt bei "Hart aber fair" vor Kindern mit Bomben

Der Experte Dietmar Heubrock warnt vor einer neuen Form des Terrors. (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Das Jahr 2017 war bisher ein Jahr des Schreckens. In Europa ist der Terror zum Alltag geworden, insbesondere die beiden Metropolen London und Paris kommen nicht mehr zur Ruhe. Mit immer neuen Taktiken und Methoden verbreiten Islamisten Angst und Panik. Bei Frank Plasberg warnt nun ein Experte: Auch Frauen, Kinder und Babys könnten für Terror-Attacken eingespannt werden!

Der Rechtspsychologe und Polizeiberater Dietmar Heubrock sagte in der Sendung „Hart aber fair“, dass man im internationalen Raum vereinzelt schon Fälle beobachtet habe, in denen körperlich beeinträchtigte Menschen, Kleinkinder oder sogar Neugeborene dazu benutzt worden sind, Bomben einzuschleusen. Deshalb rät Heubrock der Polizei auch dazu, in Übungen das Schießen auf Frauen und Kinder zu trainieren.

„Das hört sich ganz gruselig an“, sagt Heubrock, aber man habe Experimente gemacht, in denen sich gezeigt habe, dass etwa Frauen, die Bombenattrappen oder auch echten Sprengstoff bei sich hatten, nicht identifiziert werden konnten. Der Rechtspsychologe warnt: Das wird auf uns zukommen, es werden zunehmend solche Attentäterinnen oder auch Kinder eingesetzt.

In der Sendung zu Gast war auch eine Frau, die den Anschlag im Pariser Konzertsaal Bataclan überlebt hat. Julia Schmitz war mit ihrem Mann im November 2015 bei dem Auftritt der US-Band „Eagles of Death Metal“, als Islamisten das Gebäude stürmten und dutzende Menschen töteten. Zuerst habe sie die Schüsse für einen Teil der Show gehalten. Dass es sich um einen Anschlag handelt, wurde der 35 Jahre alten Werberin erst klar, als sie sah, wie einer der Attentäter mit einem Gewehr in die Menge schoss.


Julia Schmitz überlebte den Anschlag im Pariser Konzertsaal Bataclan im November 2015. (Bild: WDR/Oliver Ziebe)

Sie berichtet davon, wie sie und ihr Mann in einem Raum Zuflucht gesucht haben und nur durch eine schwere Feuerschutztür von den Terroristen geschützt waren. Bei der Erstürmung des Bataclans durch die Polizei seien sie und die anderen Menschen in dem Raum dann befreit worden. Ein bleibendes Trauma hat Schmitz eigenen Angaben zufolge nicht mitgenommen. Eine Psychologin bestätigte ihr und ihrem Mann, dass „alles ok ist“. Kurze Zeit später reisten die beiden über Weihnachten und Neujahr nach Australien, wo sie dem Alltag entfliehen und abschalten konnten. Beim Silvesterfeuerwerk am Sydney Harbour merkte Schmitz dann aber doch, dass sie Knallgeräusche nun anders wahrnimmt.

Zum eigentlichen Thema der Sendung, „Wenn Terror Alltag wird – Ist Mutigsein jetzt Bürgerpflicht?“, sagte Rechtspsychologe Heubrock: „Angst ist immer individuell, deswegen bin ich auch kein Freund davon, jetzt Parolen auszugeben, wie wir auf terroristische Bedrohungen emotional zu reagieren haben, also Widerstand, keine Angst zeigen. Das wäre nicht richtig.“

Was ist also die angemessene Reaktion auf Terror und Terrorbedrohungen? Heubrock schöpft aus seiner Erfahrung als Psychologe: „Manche bleiben zu Hause und schließen sich ein … und andere sagen: jetzt erst recht! Die ganze Bandbreite dazwischen ist auch vertreten.“ Und was davon wäre nun das angemessenere Verhalten? Heubrock: „Alles ist berechtigt.“

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