Hart aber fair: Beim Thema „Glyphosat“ hieß es alle gegen einen

Bei Frank Plasberg ging es um die Vor- und Nachteile einer neuen GroKo. (Bild: ZDF/Screenshot)

Jamaika gescheitert – kommt nun wieder die GroKo? Bei Frank Plasberg diskutierten die Gäste über das Für und Wider einer Neuauflage von Schwarz-Rot. Als es um die mögliche Verlängerung des Unkrautvernichters Glyphosat ging, zog sich ein Gast mit seiner Aussage den Unmut seiner Mitdiskutanten zu.

„Diesen Mist haben wir nicht verbockt!“ Schon in den ersten Minuten ging es am Montag bei „Hart aber fair“ zur Sache. Es war Familienministerin Katarina Barley, die diesen Satz sagte, und sie wollte damit ein für alle Mal klarstellen, dass ihre Partei nun wirklich keine Schuld am Platzen der Jamaika-Verhandlungen trage. „Es ist im Moment nicht an der Zeit, auf die SPD zu prügeln“, erklärte die SPD-Politikerin.

In der Sendung von Frank Plasberg lautete das Motto: „Zwangsheirat mit Angela – ist die große Koalition so schlimm?“ Dementsprechend heftig arbeiteten sich die geladenen Gäste an der neuen Strategie der Sozialdemokraten ab, die nun doch wieder bereit zu sein scheint, am Zustandekommen einer Regierung mitzuwirken.

Neben Katarina Barley waren noch im Studio: Der Schauspieler Ulrich Matthes, CDU-Politiker Jens Spahn, taz-Journalistin Bettina Gaus, der ehemalige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, sowie der ehemalige EU-Korrespondent der ARD, Rolf-Dieter Krause.

Höhepunkt der Sendung: Als es um das Thema Glyphosat ging, wurde es richtig laut. Moderator Frank Plasberg kam auf das überraschende „Ja“ von CSU-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt zur Verlängerung des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels zu sprechen. Entgegen den Gepflogenheiten hatte sich Schmidt bei einer EU-Abstimmung zuvor nicht mit dem Koalitionspartner SPD abgesprochen. Andrea Nahles hatte dies einen Vertrauensbruch genannt.

Sigmund Gottlieb findet die Glyphosat-Diskussion „pillepalle“. (Bild: ZDF/Screenshot)

Plasberg mit Blick auf eine zukünftige GroKo: „Ist das ein Vorgeschmack auf das, was wir erleben werden?“ Darauf reißt Sigmund Gottlieb das Wort an sich: „Das ist der Aufgeregtheit des Interregnums zuschulden, das ist überhaupt keine Frage. Das ist für mich Pillepalle.“ Ohne fertig gesprochen zu haben, kommt Gegenwind von seinen Sitznachbarn: Insbesondere Barley, Matthes und Gaus fallen dem Journalisten lautstark ins Wort und entgegnen: So Pillepalle sei das mit dem Glyphosat auch wieder nicht.

Zweiter Höhepunkt: Schauspieler Ulrich Matthes ist im Laufe der Sendung mehrfach mit Sigmund Gottlieb einer Meinung. Erfreut ist Matthes über diese Einigkeit aber nicht. Als er darüber spricht, dass eine Minderheitsregierung nicht gut für Deutschland wäre, erwidert Sigmund Gottlieb keck: „Wir sind schon wieder einer Meinung, Herr Matthes.“ Worauf der Schauspieler die Welt nicht mehr versteht und aus lauter Verzweiflung mit dem Kopf auf das Pult niedersinkt. Dessen Sitznachbarin Katarina Barley wiederum nimmt sich ein Herz und tröstet Matthes, indem sie ihm ein paar Mal auf den Rücken klopft.

Ulrich Matthes im Augenblick der größten Verzweiflung. (Bild: ZDF/Screenshot)

Die Diskussion über die SPD verläuft träge. Aufregend wird es erst, als Jens Spahn eine deutliche Ansage macht, die fast schon einem Ultimatum gleichkommt. „Die SPD muss sich entscheiden“, sagt die Zukunftshoffnung der Union. „Notfalls werden wir die Verantwortung für dieses Land auch allein übernehmen!“