Hannovers Oberbürgermeister Schostok führt Amtsgeschäfte trotz Untreueermittlungen weiter

Trotz staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue wird Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) seine Amtsgeschäfte fortführen. Er habe unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorgangs eine Einschätzung der Kommunalaufsicht eingeholt, teilte Schostok am Mittwoch in der niedersächsischen Landeshauptstadt mit. Diese habe ihm in einer ersten telefonischen Auskunft erklärt, dass er dadurch nicht an der Ausübung der Amtsgeschäfte gehindert sei.

"Meinen Amtsverpflichtungen komme ich deshalb weiterhin vollumfänglich nach", erklärte er. Schostok betonte seine Unschuld. "Ich gehe davon aus, den Sachverhalt aufklären und den Verdacht kurzfristig entkräften zu können."

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft bereits laufende Ermittlungen wegen des Verdachts der Zahlung von überhöhten Gehaltszulagen an Schostoks Büroleiter und einen weiteren Spitzenbeamten des Rathauses auf den Oberbürgermeister ausdehnte. Schostok selbst teilte mit, dass die Ermittler sein Büro und seine Wohnung durchsucht hätten, er habe Unterlagen und E-Mails "bereitwillig herausgegeben".

Intern würden "einige Arbeiten organisatorisch aufgeteilt und verlagert", die Handlungsfähigkeit der Stadtverwaltung sei "uneingeschränkt gesichert", erklärte Schostok am Mittwoch. Der Bürgermeister betonte zugleich seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Ermittlern.

"Ich nehme die Situation sehr ernst und kooperiere mit den ermittelnden Stellen", erklärte er. Nachdem sein Anwalt die Ermittlungsakten eingesehen habe, werde er "sehr schnell eine substantiierte Erklärung zum Sachverhalt abgeben". Er gehe davon aus, den Verdacht gegen sich "kurzfristig entkräften zu können."