Hannover-Profi riskierte Karriere für Pflegemutter

Das Bundesliga-Debüt von Jonathas für Hannover 96 glückte gegen den FC Schalke 04. Der Stürmer hat eine bewegte Lebensgeschichte hinter sich.

Jonathas (2. v. r.) feiert den Sieg über Schalke

Neun Millionen Euro Ablöse legte Hannovers Sportdirektor für Jonathas auf den Tisch. Ein gewagter Transfer, spielte der Stürmer doch für Rubin Kasan in der russischen ersten Liga und galt bislang als Wandervogel im europäischen Fußball.

Gleich im ersten Spiel für das Team von André Breitenreiter gelang ihm aber ein Treffer. Der 28-Jährige hat das Kämpfen von der Pike auf gelernt, wie er nun im Gespräch mit der Bild öffentlich machte.

Jonathas, 1989 in Brasilien geboren, hat sich seine Karriere hart erarbeitet. “Ich hatte nicht mal Fußballschuhe, aber es war mein großer Traum”, erzählt er aus seiner Kindheit. Jonathas war ein Adoptivkind.

Jonathas setzte Karriere aufs Spiel

Seine Pflegemutter habe “alles getan”, damit er glücklich sei, oft sei aber nicht einmal genügend zu Essen vorhanden gewesen: “Meine Mama hat viel aufgegeben, um mir das zu ermöglichen. Ich verdanke ihr alles, was ich heute bin und habe.”

Das Vertrauen seiner Mutter bezahlte Jonathas im Sommer 2011 zurück. Er war in die erste Mannschaft von AZ Alkmaar berufen worden, ließ sich allerdings beurlauben, um ihr in ihrer Krankheit beizustehen.


Hannover passt zum Stürmer

“Ich flog sofort heim und entschied, bis zum Schluss bei ihr zu bleiben. Es war wichtig, die letzten Wochen und Tage bei ihr zu sein. Sie ist im Himmel”, erklärt der Brasilianer heute. Alkmaar entließ den Stürmer, der daraufhin über Italien nach Spanien und schließlich Russland gelangte.

In Deutschland fühlt er sich nun gut aufgehoben: “Ich habe hier in Hannover ein super Gefühl. Die Mannschaft passt zu mir. Sie arbeitet viel, so bin ich auch. Ich habe eher eine deutsche Mentalität.” Dementsprechend hat ihn das erste Tor “überwältigt.”