Coronavirus erzwingt Verschiebung der Hannover Messe

Flaggen der Hannover Messe

Die Serie der Veranstaltungsabsagen wegen der Coronavirus-Epidemie reißt nicht ab. Am Mittwoch wurde die im April geplante Hannover Messe auf den Sommer verschoben. Die Veranstalter begründeten die Entscheidung mit derzeit zu aufwendigen Vorsorgemaßnahmen gegen das neuartige Virus. Google sagte seine Entwicklerkonferenz in den USA ab, auch der Global Food Summit in München fällt nun flach. Nach den Stützungsmaßnahmen der Weltbank und der US-Zentralbank lagen die Börsenkurse in Europa und Asien zunächst im Plus.

Die Hannover Messe soll nach Angaben der Veranstalterin Deutsche Messe nun vom 13. bis zum 17. Juli stattfinden. Ursprünglich war die mit mehr als 5000 Ausstellern und gut 200.000 Besuchern größte Investitionsgütermesse der Welt vom 20. bis 24. April geplant.

Das Gesundheitsamt der Region Hannover habe der Deutschen Messe dringend empfohlen, die Hinweise des Robert-Koch-Instituts über Maßnahmen zur Gesundheitssicherung bei Großveranstaltungen zu beachten, hieß es. Dazu gehörten Fiebermessstationen an allen Eingängen. Zudem sollten keine Teilnehmer aus Risikogebieten zugelassen werden und Teilnehmern, die Kontakt zu Menschen aus Risikogebieten hatten, der Zutritt zu den Veranstaltungen verweigert werden. Die Maßnahmen seien "nicht realisierbar" und hätten eine "störungsfreie" Durchführung der Messe deutlich erschwert.

"Mit dem Termin im Juli bieten wir unseren Ausstellern den frühestmöglichen Zeitpunkt, um ihre Innovationen einem Weltpublikum zu präsentieren und Geschäfte anzubahnen", erklärte Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. "Angesichts der weltwirtschaftlichen Herausforderungen, die durch das Coronavirus im ersten Halbjahr ausgelöst wurden, bietet der neue Termin erhebliche Chancen. Denn so kann die weltweit wichtigste Industriemesse bereits im Juli frühzeitig wichtige Impulse für die globale Konjunktur setzen."

Neben der Hannover Messe wurde am Mittwoch der vom 24. bis 26. März in München geplante Global Food Summit abgesagt. Die Organisatoren folgten damit nach eigenen Angaben "den dringlichen Empfehlungen der bayerischen Gesundheitsbehörden, mit denen wir im Austausch standen, die Veranstaltung nicht durchzuführen".

Auch international ging die Serie von Absagen weiter. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank sagten ihr Frühjahrstreffen in Washington ab. Die Beratungen sollen stattdessen in einem "virtuellen Format" - also unter anderem über Internetkommunikation - abgehalten werden, wie beide Finanzinstitutionen am Dienstag mitteilten. Das Frühjahrstreffen war für den 16. bis 18. April geplant gewesen.

Der US-Internetriese Google sagte seine jährliche Entwicklerkonferenz ab. Es sollten andere Wege gefunden werden, damit die Entwickler sich zusammenschalten könnten, teilte das Unternehmen mit. Die medienwirksame Konferenz hätte im Mai nahe des Google-Hauptquartiers im kalifornischen Silicon Valley stattfinden sollen.

Die Weltbank kündigte an, die vom Coronavirus-Ausbruch betroffenen Länder mit einem Hilfspaket in Höhe von zwölf Milliarden Dollar zu unterstützen. Ziel sei es, den Staaten "schnell" und "effektiv" zu helfen, sagte Weltbank-Präsident David Malpass. Laut Weltbank kann das Geld für medizinische Ausstattung und Gesundheitsdienste eingesetzt werden. Ein Teil der Hilfsgelder geht demnach an einige der ärmsten Länder der Welt.

Bereits zuvor hatte die US-Notenbank eine überraschende und deutliche Senkung des Leitzinses verkündet, um wirtschaftlichen Risiken durch das Coronavirus entgegenzuwirken. Der Leitzins wurde um 0,5 Prozentpunkte gesenkt und liegt nun zwischen 1,0 und 1,25 Prozent.

Die Aktienmärkte in Europa legten am bis Mittwochmittag zu. Der Deutsche Aktienindex (Dax) in Frankfurt am Main stieg um 1,5 Prozent zum Schlusskurs des Vortags. Das Börsenbarometer in Paris stieg am Vormittag zunächst um 0,2 Prozent, in London stiegen die Kurse um 0,9 Prozent. Die Börsen in Asien hatten zuvor leicht im Plus geschlossen.