Handwerkspräsident: 'Neubau rechnet sich nicht mehr'

BERLIN (dpa-AFX) -Der neue Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) fordert von der Bundesregierung mehr finanzielle Unterstützung für die Baubranche. "Es gibt angesichts des Wohnungsmangels genug zu tun, der Neubau rechnet sich unter den aktuellen Konditionen nur nicht mehr", sagte Jörg Dittrich der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). Erleichterungen etwa beim Kurzarbeitergeld würden den Betrieben in der aktuellen Situation wenig helfen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) müsse sich für mehr Fördermittel für Neubauten und Sanierungen einsetzen.

Die Energiepolitik der Ampel-Koalition sieht Dittrich kritisch: "Die Energieversorgung in Deutschland muss zu jeder Zeit gesichert sein, und die Preise für Energie müssen wettbewerbsfähig und bezahlbar sein. Mein persönlicher Eindruck ist, dass weder das eine noch das andere gegenwärtig gewährleistet ist", sagte der ZDH-Präsident.

Mit Blick auf den Arbeitskräftemangel im Handwerk sagte er: "Heute sind im Handwerk im Schnitt knapp drei Monate Wartezeit üblich. Künftig werden Kunden vermutlich auch mal sechs Monate auf einen Handwerker warten müssen." Solange es sich nicht um einen Notfall handele, sei dies aber vertretbar. "Auf ein neues Auto warten die Menschen auch etliche Monate, warum nicht auch auf ein neues Dach oder ein neues Bad?" Dittrich geht davon aus, dass die Preise für Handwerker hoch bleiben werden.