Handwerkspräsident kritisiert VW-Chef Müller in Debatte über Diesel-Subventionen

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat die Forderung von VW-Chef Matthias Müller nach einem Ende der Steuervergünstigung für Diesel als "kunden- und mittelstandsfeindlich" kritisiert

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat die Forderung von VW-Chef Matthias Müller nach einem Ende der Steuervergünstigung für Diesel als "kunden- und mittelstandsfeindlich" kritisiert. "Uns wurden diese Fahrzeuge auch mit dem Argument verkauft, dass der Diesel weniger verbraucht und der Kraftstoff günstiger ist. Wenn Hunderttausende daraufhin ein entsprechendes Fahrzeug gekauft haben, und dann der größte Hersteller für die Abschaffung der Dieselsubvention plädiert, dann ist das erstaunlich kundenfeindlich", sagte Wollseifer dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe).

Um Fahrverbote in den Innenstädten zu vermeiden, seien Nachrüstungen erforderlich, betonte Wollseifer. "Mit Software-Updates ist es nicht getan, wir brauchen entsprechende Katalysatoren und den flächendeckenden Einsatz von Harnstofftechnik." Das sei Aufgabe der Hersteller.

Wenn es "ganz dicke kommt" dürften künftig auch Handwerker bei bestimmten Wetterlagen nicht in bestimmte Städte fahren, sagte der Handwerkspräsident weiter. "Dann können sie die Städte nicht mehr versorgen." Im Handwerk stehe ein Betrieb "für Fehler und Mängel gerade und bringt das in Ordnung. Nichts anderes erwarten wir von den Autoherstellern".

Müller hatte Mitte Dezember angesichts drohender Fahrverbote in Innenstädten für einen Abbau der Steuervorteile beim Diesel plädiert. "Wenn der Umstieg auf umweltschonende E-Autos gelingen soll, kann der Verbrennungsmotor Diesel nicht auf alle Zeiten weiter wie bisher subventioniert werden", sagte er dem "Handelsblatt". Der Staat subventioniert den Kraftstoff mit Milliarden Euro. 2015 waren es durch unterschiedliche Steuersätze für Diesel und Benzin rund acht Milliarden Euro, dazu kamen 1,5 Milliarden Euro an entgangener Mehrwertsteuer.