Handwerkspräsident fordert Lockerung der Arbeitszeit-Regeln

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat sich für eine Lockerung der gesetzlichen Arbeitszeit-Regelungen ausgesprochen

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat sich für eine Lockerung der gesetzlichen Arbeitszeit-Regelungen ausgesprochen. "Die Digitalisierung wirkt sich natürlich auch auf die Arbeitszeiten aus: Ein zu enges Arbeitszeit-Korsett und zu starre und unflexible arbeitsrechtliche Vorschriften tun der Wirtschaft nicht gut", sagte Wollseifer der "Rheinischen Post" vom Dienstag. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Linke hielten dagegen und erklärten, das aktuelle Arbeitszeitgesetz sei flexibel genug.

Er hoffe, dass der neue Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bereit sei, "mehr Flexibilität bei Arbeitszeiten und im Arbeitsrecht zuzulassen", sagte Wollseifer der Zeitung. Heils Vorgängerin Andrea Nahles (SPD) hatte sich offen für eine Diskussion über die Lockerung des starren Achtstundentags gezeigt.

Der DGB warnte vor "Experimenten beim Arbeitszeitgesetz". Die Vorschriften böten schon heute genug Flexibilität, auch für die digitale Wirtschaft. Das Gesetz müsse daher erhalten bleiben, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell.

Ähnlich äußerte sich Linken-Fraktionsvize Susanne Ferschl: Wer das Arbeitszeitgesetz für unflexibel halte, habe es "schlichtweg nicht gelesen oder keine Ahnung von der Praxis", erklärte sie. Sie könne nur davor warnen, den digitalen Wandel als "Ausrede für weitere Aufweichungen dieses Schutzgesetzes" zu nutzen. Es sei Aufgabe der Politik, die Beschäftigten vor dem ständigen Zugriff der Arbeitgeber schützen.