Handwerk beklagt Kurzarbeit wegen Materialknappheit

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Das Handwerk hat vor gravierenden Folgen der Rohstoffknappheit gewarnt. "Unternehmen müssen bei vollen Auftragsbüchern Kurzarbeit anmelden, weil sie kein Material haben", sagte der Präsident des Branchenverbandes ZDH, Hans Peter Wollseifer, dem "Mannheimer Morgen" (Samstagausgabe). Auch der Elektrohandwerksverband ZVEH warnte vor Kurzarbeit.

Wollseifer schlug vor, die jüngsten Beschränkungen des Holzeinschlages aufzugeben oder zu ermöglichen, dass auch vom Borkenkäfer befallenes Holz etwa zu Dämmstoffen verarbeitet werden kann. "Zudem kann die öffentliche Hand unterstützen, indem sie von Vertragsstrafen absieht, wenn Betriebe nicht in der vereinbarten Zeit ihre Leistungen erbringen können. Auch höhere Preise sollten gewährt werden."

Dem ZDH zufolge sind auch Privatkunden von steigenden Kosten und Terminverschiebungen betroffen. "Ob die Preise auf das vormalige Niveau zurückfallen, bleibt abzuwarten", sagte Wollseifer. Er hoffe aber, dass sich die Lage noch in diesem Jahr entspanne.

Die Preise für Holz und andere Baustoffe sind auf dem Weltmarkt unter anderem wegen der großen Nachfrage aus China und den USA stark gestiegen. Das Thema kam auch am Mittwoch bei einem virtuellen Runden Tisch von Wirtschaftsverbänden und Vertretern der Bundesministerien für Wirtschaft, Bau und Agrar zur Sprache.

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks zeigte sich mit dem Gespräch zufrieden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier habe erkannt, dass die Klimawende und die Sicherung neuen Wohnraumes an eine funktionierende Bauwirtschaft gekoppelt seien, erklärte Verbandspräsident Dirk Bollwerk am Freitag. Demnach versprach Altmaier, in der kommenden Woche im Bundeskabinett über Lösungsansätze zu beraten und die Themen in den EU-Wirtschaftsrat zu nehmen.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.