Handelsplattform Coinbase bricht unter Nutzeransturm zusammen


Auf Coinbase, einer der größten Bitcoin-Handelsplattformen, war am Freitag zeitweise kein Handel mit Kryptowährungen möglich. Coinbase begründete dies mit hohen Zugriffzahlen. „Wir arbeiten daran, die volle Verfügbarkeit so schnell wie möglich wiederherzustellen“, hieß es im Status-Update auf der Coinbase-Webseite. Inzwischen sei der Handel laut Coinbase aber wieder möglich.

Der Bitcoin-Kurs war am Freitag auf unter 13.000 US-Dollar abgestürzt – das entspricht einem Minus von knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vortag. Die massiven Kursturbulenzen lösten wahrscheinlich den Nutzeransturm aus, der die Coinbase-Server in die Knie zwang. Zuvor hatte Coinbase seine Nutzer in Deutschland darauf hingewiesen, dass sich die Buchung von Einzahlungen unter 1000 Euro bis zu zehn Tage verzögern könne.

Bereits am Donnerstag war wegen hoher Zugriffszahlen etwa 15 Minuten lang kein Handel auf Coinbase möglich. Am Mittwoch wurde der Handel mit Bitcoin Cash zwischenzeitlich ausgesetzt – hier ging es allerdings um den Verdacht des Insiderhandels.

Auf der Handelsplattform Coinbase können Nutzer mit Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum und Litecoin handeln.



KONTEXT

Was Zentralbanken über Kryptowährungen denken

EZB

Die Europäische Zentralbank hat schon mehrfach vor den Gefahren eines Investments in Digitalwährungen gewarnt. Vizepräsident Vitor Constancio bezeichnete den Bitcoin im September, in Anspielung auf die Blase in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts, als "Tulpe".

Sein Kollege Benoit Coeure warnte vor dem instabilen Wert des Bitcoin und stellte ihn in Zusammenhang mit Steuerhinterziehung und Kriminalität. EZB-Präsident Mario Draghi sagte im November, dass die Auswirkungen der digitalen Währungen auf die Wirtschaft des Euro-Raums begrenzt seien und dass sie das Monopol der Zentralbanken für Geld nicht gefährdeten.

Deutsche Bundesbank

In einem Land, in dem viele Bürger immer noch lieber bar bezahlen, hat die Bundesbank das Auftauchen von Bitcoin und anderen virtuellen Währungen besonders genau beobachtet. Ihr Präsident Jens Weidmann zeigte sich deshalb auch skeptisch: "Es ist spekulativ, man kann Geld damit verlieren". Er sprach sich jedoch ausdrücklich gegen eine Regulierung aus geldpolitischer Sicht aus. Denn die "Hürde für regulatorische Maßnahmen ist ziemlich hoch".

Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele sagte im September, dass die Verlagerung von Depositen in die Blockchain das Geschäftsmodell der Banken stören würde. Die Bundesbank den Einsatz der Technologie in Zahlungssystemen jedoch untersucht.

Fed

Die Auseinandersetzung der amerikanischen Notenbank mit Kryptowährungen befindet sich noch in ihren Anfängen. Die Begeisterung für eine eigene Antwort auf den Bitcoin hält sich innerhalb der Fed eher in Grenzen. Jerome Powell, Vorstandsmitglied und designierter Fed-Chef, sieht zum Beispiel noch technische Probleme bei einer möglichen Zentralbank-Kryptowährung. Zudem sieht er Datenschutzprobleme.

Randal Quarles, bei der Fed für die Bankenaufsicht zuständig, erklärte, dass die Zentralbank zwar noch keine Regulierungspolitik für den Bitcoin habe, es sich aber "lohne, darüber nachzudenken". Das Volumen der Kryptowährungen könnte irgendwann für die Geldpolitik "wichtig" werden, sagte Powell bei einer Anhörung vor dem Senat. Noch seien sie jedoch "einfach nicht groß genug".

Bank of England

Der Bank-of-England-Gouverneur Mark Caney bezeichnete Kryptowährungen als Teil einer möglichen "Revolution" der Finanzwelt. Die britische Zentralbank hat 2016 zudem Gelder bereit gestellt, um die Gründung von Finanztechnologie Start-ups zu unterstützen.

Carney sagte zudem, dass auf Blockchain basierende Technologie "vielversprechend" sei. Sie ermögliche Zentralbanken, ihre Abwehr gegen Cyberattacken zu stärken und die Art und Weise, wie Zahlungen zwischen Institutionen und Verbrauchern abgewickelt werden, zu überarbeiten. Er wies jedoch darauf hin, dass die Bank of England noch weit davon entfernt sei, eine digitale Version des Pfund Sterling zu erstellen.

Banque de France

Francois Villeroy de Galhau, Gouverneur der französischen Notenbank, sagte, dass französische Beamte bei Bitcoin zu "großer Vorsicht" raten würden. Das Problem sei, dass es keine Institution gebe, die Vertrauen schaffe. In der Geschichte seien alle Beispiele privater Währungen schlecht ausgegangen.

Er erklärte zudem, dass Bitcoin eine "dunkle Seite" habe und bezog sich dabei auf Datenattacken. Außerdem betonte er, dass Menschen, die Bitcoin nutzten, dies auf "eigenes Risiko" tun würden.

Bank of Japan

Haruhiko Kuroda, Gouverneur der japanischen Notenbank, sagte im Dezember über den Bitcoin, dass er nicht glaube, dass er "wie eine Währung als ein Zahlungsmittel" funktioniere. Die Digitalwährung werde " zum investieren oder spekulieren gehandelt". Kuroda betrachtete ihn zudem nicht als "Hindernis"" für die Geldpolitik der Bank of Japan.

Er erklärte außerdem, dass es seitens der japanischen Notenbank keine Pläne gebe, eine eigene Digitalwährung herauszugeben. Gleichzeitig sei es jedoch wichtig, das Verständnis über Kryptowährungen zu vertiefen. Ein solcher Schritt würde seiner Ansicht nach bedeuten, "grundlegende Fragen des Zentralbankwesens" zu überdenken, da es der Öffentlichkeit letztendlich Zugang zu Zentralbankkonten gewähren würde.

People's Bank of China

China hat eines deutlich gemacht: Die Zentralbank hat volle Kontrolle über Kryptowährungen. Dank eines Forscherteams, das 2014 gegründet wurde um digitales Fiatgeld zu entwickeln, ist die People's Bank of China sicher, dass "die Bedingungen erfüllt sind", um die Technologie hinter Kryptowährungen zu nutzen.

Die Bank hat private Anbieter digitaler Währungen jedoch schwer zugesetzt, indem sie den Börsenhandel von Bitcoin und Co. verboten hat. Auch wenn es kein offizielles Startdatum für eine eigene Digitalwährung gibt, sind die chinesischen Behörden aber überzeugt, dass die Digitalisierung die Zahlungseffizienz verbessern und eine genauere Kontrolle der Währungen ermöglichen könnte.