Handelskonflikt mit den USA: China hält den Ball flach

Chinas Präsident Xi Jinping hat zum wiederholten Mal eine Öffnung der heimischen Wirtschaft und eine Senkung von Importzöllen angekündigt.

Die im Ausland seit Jahren als überfällig angesehenen Schritte nannte Xi in einer Rede auf dem Asien-Forum in Boao auf der südchinesischen Insel Hainan. Beobachter sahen darin den Versuch, dem Handelsstreit mit den USA Dampf abzulassen. Die Börsen nahmen dies positiv auf und reagierten mit steigenden Kursen.

Ohne US-Präsident Donald Trump zu erwähnen sagte Xi Jinping:

"Die Mentalität des Kalten Krieges und Nullsummenspiele wirken immer altmodischer und überholt. Isolationismus rennt gegen Mauern. Nur durch Festhalten an friedlicher Entwicklung und Zusammenarbeit können wirklich alle gewinnen (Win-Win und Multi-Win)."

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde , lobte die Linie:

Innovation und technische Entwicklung dürften nicht länger auf eine kleine Gruppe von Ländern beschränkt bleiben.

"Zwei Drittel der Roboter der weltweit sind in dieser Region zu finden, vor allem in Japan, (Süd-) Korea und China. Das muss weitergehen, und durch diesen Handel wird Innovation weiterhin geteilt."

Der Streit zwischen den beiden Wirtschaftsgroßmächten war in den vergangenen Wochen eskaliert. Trump beschuldigte die eigenen Leute, bei Verhandlungen zum Beispiel im Rahmen die Welthandelsorganisation WTO, nicht aufgepasst zu haben.

US-Präsident Donald Trump vor Kabinettsmitgliedern:

"China zieht die Vereinigten Staaten seit vielen Jahren über den Tisch. Wir hätten tun können, was sie getan haben, wir haben nicht gemacht, was sie gemacht haben. Und es ist das schiefste Regelwerk an Handelsregeln geworden, das jemals irgendeiner gesehen hat."

Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften war Anfang April wegen US-Klagen über Urheberrechtsverletzungen und erzwungenen Technologietransfer offen ausgebrochen. Nachdem Trump

25-prozentige Strafzölle auf Importe aus China im Wert von 50 Milliarden Dollar (40,6 Milliarden Euro) angekündigt hatten, konterte China mit Strafabgaben in gleicher Höhe auf Einfuhren aus den USA und zielte besonders auf Trump-Wähler in landwirtschaftlichen Regionen. Verärgert legte der US-Präsident nach, indem er Strafzölle auf weitere 100 Milliarden Dollar an Importen aus China androhte.

Beobachter wie Jörg Wuttke, früher Präsident der EU-Handelskammer in China, sehen in dem sogenannten Handelskonflikt vor allem den Versuch, Hochtechnologie von China fernzuhalten.

su mit dpa