Handelsgespräche zwischen USA und China ohne Durchbruch beendet

US-Finanzminister Mnuchin (l.) und Handelsminister Ross

Im Handelsstreit zwischen den USA und China zeichnet sich weiter keine rasche Lösung ab. Es bestünden noch "erhebliche Differenzen" in bestimmten Fragen, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag. Damit gingen die zweitägigen Spitzengespräche ohne entscheidenden Durchbruch zu Ende.

Beide Seiten seien sich jedoch einig, dass die Arbeit "fortgesetzt und intensiviert" werden solle, berichtete Xinhua. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Ranghohe Vertreter der USA und Chinas hatten sich zuvor in Peking getroffen, um Auswege aus dem Handelskonflikt auszuloten.

Dabei seien "sehr gute Gespräche" geführt worden, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin. Die USA hätten China eine "detaillierte Liste mit Forderungen" übergeben. Unter anderem werde Peking aufgefordert, seine Zolltarife auf US-Niveau zu senken. Problematisch sei, dass von chinesischer Seite "meistens ziemlich positive Dinge zu hören sind, es dann aber fraglich ist, ob den Worten auch Taten folgen".

Der aktuelle Handelsstreit zwischen den USA und China schürt Ängste vor einem Handelskrieg. Eine Eskalation des Konflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften würde die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Washington hatte zu Beginn des Monats Strafzölle auf zahlreiche chinesische Produkte angekündigt, Peking drohte mit entsprechenden Gegenmaßnahmen.

Neben Mnuchin nahmen an den Spitzengesprächen in Peking auch US-Handelsminister Wilbur Ross, der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, an den Gesprächen in Peking teil. Die chinesische Delegation wurde angeführt von Vize-Regierungschef Liu He. Die chinesische Führung hatte allerdings bereits im Vorfeld der Gespräche die Erwartungen gedämpft - es sei nicht realistisch, "alle Probleme in nur einer Verhandlungsrunde zu lösen".

Im Zuge seiner protektionistischen Handelspolitik hat US-Präsident Donald Trump bereits Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium verhängt. Die bleibt davon vorläufig bis zum 1. Juni verschont, pocht aber auf eine dauerhafte Ausnahme. Trump argumentiert - ebenso wie im Handelskonflikt mit China - mit dem hohen Defizit der USA im gegenseitigen Handel.

Führende Politiker der Grünen warnten die EU am Freitag davor, sich im Handelsstreit mit den USA auf Einzelverhandlungen einzulassen. "Handel ist keine deutsche, sondern eine europäische Zuständigkeit, und Europa darf sich nicht spalten lassen", schrieben die Parteivorsitzende Annalena Baerbock, der Europaabgeordnete Sven Giegold und der Fraktionsführer der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, in einem "Tagesspiegel"-Gastbeitrag.