Handel drängt auf rasche bundesweite Öffnung aller Läden

BERLIN/KÖLN (dpa-AFX) - Nach dem Vorpreschen von Bayern und anderen Bundesländern fordert der Handel in Deutschland auch bundesweit grünes Licht für die Öffnung aller Läden. Es sei höchste Zeit für eine Auflösung des föderalen Flickenteppichs und die Öffnung aller Geschäfte ohne Größenbeschränkungen, sagte ein Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch ein Sprecher des Handelsverbandes Textil (BTE) drängte: "Wir erwarten jetzt, dass die Wettbewerbsgleichheit in allen Bundesländern schnellstens wieder hergestellt wird." Angesichts der Entwicklung der Corona-Infektionszahlen gebe es keinen Grund mehr, an Ladenschließungen festzuhalten.

Das bayerische Kabinett hatte am Dienstag beschlossen, dass ab nächstem Montag im Freistaat alle Geschäfte wieder öffnen dürfen. Die bisherige Beschränkung auf eine Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern entfällt. Zuvor hatten nach einer Übersicht des HDE bereits mehrere andere Bundesländer - darunter Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern - die von der Bundesregierung auferlegte 800-Quadratmeter-Regel außer Kraft gesetzt.

Einer der Hauptgründe für die anfängliche Beschränkung der Öffnungserlaubnis auf Geschäfte mit maximal 800 Quadratmetern Verkaufsfläche war die Sorge vor einem zu großen Kundenansturm in den Innenstädten. Diese Befürchtungen hatten sich aber in den vergangenen zwei Wochen im Großen und Ganzen als unbegründet erwiesen.

Im Gegenteil: Der Modehandel kommt trotz der Wiedereröffnung vieler Geschäfte bislang nur schleppend in Gang. Auch in der vergangenen Woche - der zweiten nach der Lockerung des Lockdowns - lagen die Umsätze im stationären Modehandel durchschnittlich rund 44 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie aus einer aktuellen Marktanalyse des Branchen-Fachblatts "Textilwirtschaft" hervorgeht.