Handball: Schwalb reizt der Job des Bundestrainers

Der frühere Meistertrainer Martin Schwalb hat Bundestrainer Christian Prokop kritisiert und das Amt für sich selbst als "reizvoll" bezeichnet.

Der frühere Meistertrainer Martin Schwalb hat Bundestrainer Christian Prokop kritisiert und das Amt für sich selbst als "reizvoll" bezeichnet.

"Er kam mental an seine Grenzen. Das ist ein Lehrberuf", sagte Schwalb im Interview mit der G14-Gruppe, einem Zusammenschluss von 14 Sportredaktionen mittelgroßer Regionalzeitungen.

Weiter erklärte er: "Man ist auch unter so einem Druck als Handball-Trainer, weil man in den letzten fünf Minuten eine Vielzahl an wichtigen Entscheidungen zu treffen hat. Wenn man keine Erfahrung und keine Automatismen hat, trifft man falsche Entscheidungen."

Trotz des enttäuschenden Hauptrunden-Aus bei der EM in Kroatien hat der DHB Prokop das Vertrauen ausgesprochen. Dabei hätte Schwalb anscheinend zur Verfügung gestanden. "Das hat mich immer gereizt und wird mich immer reizen", sagte der 54-Jährige.

Schwalb versteht Festhalten an Prokop nicht

Die Entscheidung pro Prokop kann Schwalb nicht ganz nachvollziehen. "Es soll größere Spannungen zwischen ihm und der Nationalmannschaft geben. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass ich irgendwann einmal Nationaltrainer werden möchte: Wir haben kein gutes Bild abgegeben bei der EM. Es gab ganz große Risse in der Mannschaft, die jeder gesehen hat. Im normalen handelsüblichen Geschäft heißt das: Der Trainer passt nicht zur Mannschaft oder umgekehrt", sagte Schwalb.

Er fügte an: "Das heißt nicht, dass Christian Prokop ein schlechter Trainer ist. Auch ein Pep Guardiola passt nicht überall hin. Die Zeit wird es zeigen."

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