Handball: Medien: SAP-Arena statt Schrebergarten - Löwen reaktivieren Ekdahl du Rietz

Die Rhein-Neckar Löwen reaktivieren für den Saisonendspurt offenbar Kim Ekdahl du Rietz. Es wäre das überraschende Comeback eines 28-jährigen Ausnahmespielers, der eigentlich längst seine Karriere beendet hatte.

Die Rhein-Neckar Löwen reaktivieren für den Saisonendspurt offenbar Kim Ekdahl du Rietz. Es wäre das überraschende Comeback eines 28-jährigen Ausnahmespielers, der eigentlich längst seine Karriere beendet hatte.

Über acht Monate ist das vermeintliche Karriereende des Ausnahmekönners nun her. Ekdahl du Rietz, der die Löwen zuvor zu zwei Meisterschaften geführt hatte, bereiste ferne Länder, lernte fremde Sprachen und genoss zwischendurch auch immer wieder das einfache Leben in seinem Schrebergarten in Lund, seiner Basis in der schwedischen Heimat. Der Handball geriet in weite Ferne.

Zuletzt lebte der Aussteiger in einer Dreier-WG in Bordeaux zusammen mit einem jungen Mann und einer 68 Jahre alten Frau. Doch das dürfte sich schon bald ändern, die Lust auf Handball scheint bei Ekdahl du Rietz plötzlich zurück. Nach einem Bericht des Mannheimer Morgen soll der hochbegabte Rückraumspieler ab sofort wieder für die Löwen auflaufen. Nach der Verletzung von Abwehrchef Gedeon Guardiola einigte man sich anscheinend mit Ekdahl du Rietz darauf, den ruhenden Vertrag bis Saisonende wieder aufzunehmen.

Keine Offizielle Bestätigung

Bislang haben die Löwen ihren Überraschungscoup nicht offiziell bestätigt. Für Freitag hat der Verein aber zu einer Pressekonferenz eingeladen, auf der er über eine Personalentscheidung informieren will. "Kim wäre in der Form der vergangenen Saison sicher eine Verstärkung für jede Mannschaft", sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann jüngst ausweichend dem Mannheimer Morgen. Auch Ekdahl du Rietz hielt sich auf Anfrage bedeckt.

Deutlich offener gab sich der Rechtshänder mit dem kraftvollen Armzug kürzlich in einem schwedischen Podcast, in dem er seine Verbindung zum Handball als eine offene Beziehung bezeichnete. "Ich vermisse die SAP-Arena sehr. Ich liebe es, dort zu sein", sagte der Globetrotter, der vier Sprachen fließend spricht. Dabei gehe es gar nicht so sehr um den Handball, "sondern um die Menschen drumherum".

Die Power ist noch da

Worte, die man Ekdahl du Rietz ohne Wenn und Aber abnimmt. Der studierte Psychologe ist ein Gefühlsmensch, lebensbejahend und tiefenentspannt. Während seiner Reisen nach Liberia und Australien, in den Senegal und nach Neuseeland fing sein Handballherz plötzlich wieder zu schlagen an. "Die Power ist noch da", sagte Ekdahl du Rietz und fügte lachend hinzu: "Ich habe allerdings das Gefühl, das meine Schultern explodieren, wenn ich den Ball werfe. Aber das kommt schnell zurück."

Immer wieder gab es zuletzt Angebote verschiedener Klubs, bei der Löwen-Anfrage scheint er nun schwach geworden zu sein. "Ich will noch viel von der Welt sehen", sagte Ekdahl du Rietz in dem ausführlichen Interview: "Aber vor allem suche ich nach einem neuen Abenteuer." Das nächste Abenteuer erwartet ihn in Mannheim, wo es in dieser Saison mit der Meisterschaft, dem DHB-Pokal und der Champions League noch drei Titel zu gewinnen gibt.

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