HBL-Hilfspaket: "Freude hält sich in Grenzen"

SID
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Die Handball Bundesliga (HBL) hat die Verlängerung des Hilfspaktes für die Profiligen durch den Bund begrüßt. Allerdings werfe die Ankündigung über ein neuerliches Hilfspaket von 200 Millionen Euro für das Jahr 2021 auch viele Fragen auf. Das sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID. "Zunächst sind wir sehr dankbar, dass die Politik den Sport weiter unterstützt", meinte Bohmann.

Allerdings könne er noch nicht genau sagen, inwieweit das Geld die Klubs auch erreicht. Es müssten erst noch viele Fragen im Kleingedruckten geklärt werden. "Die Maßnahmen müssen natürlich auch konform mit dem EU-Recht sein, das prüft die Politik derzeit", sagte Bohmann. Er hoffe, dass "wir bis Weihnachten Klarheit haben und dann sicher kalkulieren können."

Laut EU-Recht ist es wohl fraglich, ob Vereine nach 2020 ein zweites Mal finanzielle Hilfen durch den Bund beantragen können. In den großen Profiligen außerhalb der ersten beiden Fußball-Bundesligen, um die es hier geht, haben schon viele Klubs im letzten Jahr eine Förderung beantragt und würden deshalb eventuell leer ausgehen.

Nur kleinere Klubs als Gewinner?

Und sollte es bei einer Deckelung des Höchstsatzes von 800.000 Euro pro Klub für entfallene Zuschauereinnahmen bleiben, könnten sich laut Bohmann auch nur die kleineren Klubs freuen. Diese hatten 2020 oft Anträge auf Zahlungen in Höhe von 300.000 oder 400.000 Euro gestellt, hätten also noch Luft für weitere Zahlungen.

Ein Top-Klub wie der THW Kiel hingegen, der allein durch Kartenverkäufe vor einer Saison bis zu sechs Millionen Euro an Einnahmen hat, hätte keinen Anspruch mehr auf neuerliche Zahlungen. "Da hält sich dann die Freude über das neue Paket in Grenzen", so Bohmann.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte am Freitag angekündigt, dass der Bund den Klubs auch für 2021 Hilfen in Höhe von 200 Millionen in Aussicht stellt. 120 Millionen Euro stammen noch aus dem Topf von 2020, der Rest wird frisch zugeschossen.