Handball: Heim-WM: Ladies trotz Kantersieg unter Schock

Deutschland ist mit einem 28:15-Kantersieg gegen Kamerun in die Heim-WM gestartet. Für Abwehrchefin Kim Naidzinavicius ist das Turnier allerdings gelaufen.

Deutschland ist mit einem 28:15-Kantersieg gegen Kamerun in die Heim-WM gestartet. Für Abwehrchefin Kim Naidzinavicius ist das Turnier allerdings gelaufen.

Die deutschen Handballerinnen genossen nach dem Traumauftakt den Beifall der Zuschauer, Bundestrainer Michael Biegler verfolgte das muntere Treiben seiner Ladies ohne große Emotionen am Spielfeldrand.

Mit dem 28:15 (12:7)-Kantersieg gegen Außenseiter Kamerun sind die Gastgeberinnen standesgemäß in die Heim-WM gestartet, die Freude bei Biegler hielt sich aber in Grenzen: Abwehrchefin und Rückraum-Ass Kim Naidzinavicius hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt für den Rest der WM aus.

"Das ist eine schwierige Situation für uns", sagte Biegler. Und Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld ergänzte: "Das ist ein schwerer Schlag für Kim und unsere Mannschaft, aber wir müssen auch für diese Situation Lösungen finden."

Anna Loerper beste Werferin

Beste Werferin vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig war Anna Loerper mit fünf Toren. Mit einem weiteren Sieg am Sonntag (20.30 Uhr) gegen Südkorea will die Auswahl des DHB Kurs auf das Achtelfinale nehmen. "Sportlich war das sicherlich ein Auftakt nach Maß. Die Mannschaft hat in der Abwehr sehr überzeugend gespielt, wird sich im Turnierverlauf aber noch steigern", sagte Vizepräsident Bob Hanning.

Das Heimspiel begann mit einem Schock. Nach einem Zusammenprall mit ihrer Gegenspielerin wurde Naidzinavicius schon nach 140 Sekunden vom Feld getragen. Biegler, der im WM-Eröffnungsspiel schon auf Ausnahmetalent Emily Bölk verzichten musste, schaute besorgt.

Der Sieg gegen den Dritten der Afrikameisterschaft geriet derweil zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Linksaußen Angie Geschke gelang nach 59 Sekunden nach einem Tempogegenstoß der erste Turniertreffer.

Der EM-Sechste profitierte immer wieder von technischen Fehlern der Kamerunerinnen, die erst zum zweiten Mal an einer WM teilnehmen. Die in allen Belangen überlegenen Gastgeberinnen setzten sich schnell auf 9:2 (16.) ab.

DHB-Team mit Fehlern

Biegler feuerte seine Spielerinnen immer wieder an und spendete nach gelungenen Aktionen Beifall. Ins Spiel seiner Mannschaft schlichen sich aber einige Fehler ein. Geschke vergab gute Möglichkeiten leichtfertig, zudem ließ sich die DHB-Auswahl vom körperbetonten Spiel des Gegners zum Ende der ersten Halbzeit den Schneid etwas abkaufen.

Nach einer Fünf-Tore-Führung zur Pause begann die DHB-Auswahl nach dem Seitenwechsel wieder konzentrierter. Nach einer der zahlreichen Paraden von Torfrau Clara Woltering traf Lone Fischer im Tempogegenstoß zum 17:8 (37.).

Der Widerstand der in vielen Phasen überforderten Kamerunerinnen war danach endgültig gebrochen. Spielführerin Loerper erzielte per Siebenmeter ihr 400. Länderspieltor zum 22:9 (44.).

Bölk nicht im Kader

Biegler hatte am Freitagmorgen auf eine Nominierung von Bölk verzichtet und nur 15 statt 16 Spielerinnen berufen. Die 19 Jahre alte Rückraumspielerin vom Buxtehuder SV wird wegen einer leichten Fußverletzung noch geschont.

Sie kann wie die anderen sechs vorerst nicht berücksichtigten Spielerinnen aus dem 22er-Kader aber jederzeit nachnominiert werden.

Nach dem Spiel am Sonntag gegen Südkorea trifft die DHB-Auswahl in der Vorrunde noch auf Serbien (5. Dezember), China (6. Dezember) und Vize-Weltmeister Niederlande (8. Dezember). Die ersten vier Teams erreichen das Achtelfinale.

Das Spiel gegen Kamerun im Stenogramm

Deutschland - Kamerun 28:15 (12:7)

Deutschland: Woltering, Kramarczyk - Loerper (5/5), Gubernatis (4), Fischer (4), Behnke (3), Huber (3/2), Geschke (2), Karolius (2), Mansson (2)Lauenroth (2), Wohlbold (1), Klein, Naidzinavicius, Smits

Kamerun: Mben Mbediang, Abiabakon Onoukou, Bessong Epah - Djiepmou Medibe (3), Baniomo (2), Atangana Belibi (2), Nleng Kaldjob (2/1), Touba Byolo (2/2), Yotchoum (1), Nchouapouognigni (1), Mahala Fonguieng (1), Essam (1).

Zeitstrafen: 1:9

Rote Karte: Djiepmou Medibe (42./Kamerun) wegen groben Foulspiels

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