Handball-EM: Thriller! Schweden schlägt Dänemark in Verlängerung

Auch im zweiten Halbfinale der EM in Kroatien hat es eine Überraschung gegeben. Schweden setzte sich in der Arena Zagreb mit 35:34 (28:28, 16:14) nach Verlängerung gegen Dänemark durch und trifft im Finale am Sonntag (20.30 Uhr) auf Spanien, das Frankreich mit 27:23 bezwang .

Auch im zweiten Halbfinale der EM in Kroatien hat es eine Überraschung gegeben. Schweden setzte sich in der Arena Zagreb mit 35:34 (28:28, 16:14) nach Verlängerung gegen Dänemark durch und trifft im Finale am Sonntag (20.30 Uhr) auf Spanien, das Frankreich mit 27:23 bezwang.

Was Schweden in den ersten gut 20 Minuten bot, war teilweise Zauber-Handball. Die Mannschaft von Trainer Kristjan Andresson agierte mit unglaublich hoher Geschwindigkeit, lief überragende Tempogegenstöße, sogar ein erfolgreich abgeschlossener Kempa-Trick war dabei.

Die Dänen machten es dem Außenseiter allerdings auch leicht. Die Abwehr bekam keinen Zugriff und Torhüter Niklas Landin (1 von 10) kaum einen Finger an den Ball, weshalb er bereits in der 14. Minute für Jannick Green ausgewechselt wurde. Außerdem war Dänen-Coach Nikolaj Jacobsen nach 20 Minuten gezwungen, bei einem 10:14-Rückstand seine zweite Auszeit zu nehmen.

Zwischendurch führte Schweden sogar mit 16:11, ein 3:0-Lauf brachte den Olympiasieger schließlich noch auf 14:16 bis zur Halbzeit heran. Der überragende schwedische Torhüter Andreas Palicka (20 von 51, 39 Prozent) erstickte zu Beginn der zweiten Halbzeit eine dänische Aufholjagd im Keim. Es dauerte sieben Minuten, bis Mikkel Hansen per Siebenmeter den ersten Treffer zum 15:19 erzielte.

Dänemark kämpfte sich in der vom deutschen Schiri-Gespann Lars Geipel und Marcus Helbig geleiteten Partie in der Folgezeit heran. 12 Minuten vor dem Ende war die schwedische Führung bis auf ein Tor auf 22:21 zusammengeschmolzen. Hansen versenkte seinen achten Siebenmeter - beim Stande von 25:25 ging es in die letzten fünf Minuten.

Dänemark durfte nun in Überzahl spielen, doch als die zwei Minuten abgelaufen waren, hatte Schweden zwei Treffer erzielt und das Jacobsen-Team keinen. Es schien die Entscheidung zu sein, doch dann folgte eine unfassbare Schlussphase. Die Dänen holten in den letzten zwei Minuten einen Drei-Tore-Rückstand auf. Den letzten Angriff, für den nur acht Sekunden Zeit blieb, schloss Lasse Svan nach überragendem Pass von Hansen buchstäblich in letzter Sekunde zum 28:28 ab - es ging in die Verlängerung, zwei Mal fünf Minuten.

Dänemark ging in der zweiten Hälfte der Verlängerung volles Risiko und setzte den siebten Feldspieler ein, obwohl es nur mit einem Tor zurücklag. Prompt unterlief ein Ballverlust und Schweden traf ins leere Tor zum 33:31, was die erste Zwei-Tore-Führung in der Verlängerung bedeutete. Davon erholten sich die Dänen nicht mehr. Sie treffen am Sonntag im Spiel um Platz drei auf Frankreich.

Die Daten zum Spiel

Torschützen Dänemark: Mikkel Hansen (12 - 8 von 8 Siebenmeter), Lauge (11), Svan (5), Olsen (3), Zachariassen (2), Mensah Larsen (1)

Torschützen Schweden: Zachrisson (8 - 1 von 1 Siebenmeter), Gottfridsson (7), Ekberg (7 - 3 von 3 Siebenmeter), Arnesson (6), Wanne (3), Henningsson (2), Östlund, Nielsen (beide 1), Tollbring (0 - 0 von 1 Siebenmeter)

Zwei-Minuten-Zeitstrafen: Dänemark 3 - Schweden 4

Der Star des Spiels: Mattias Zachrisson

Der Mann von den Füchsen Berlin zeigte eine unfassbar mutige und herausragende Vorstellung. Und das als Rechtsaußen im rechten Rückraum als Vertreter des verletzten Johan Jakobsson. Zachrisson war es, der in der letzten Spielphase der regulären Spielzeit, als Schweden in Unterzahl agieren musste, den Dänen durch Einzelaktionen zwei Tore einschenkte. Außerdem traf er zwei Mal in der Verlängerung. Zachrisson war mit acht Buden außerdem bester schwedischer Werfer (8 von 12).

Der Flop des Spiels: Niklas Landin

Der Torhüter vom THW Kiel startete fürchterlich in die Partie (1 von 10) uns musste früh runter. Später wurde Landin zwar wieder eingewechselt und steigerte sich. In der Endphase des Spiels hielt er dann aber wieder so gut wie nichts. Seine Quote lag insgesamt bei 21 Prozent (6 von 28).

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