Handball-EM: DHB-Killer Spanien schaltet auch Frankreich aus

Spanien hat bei der EM in Kroatien wie schon 2016 das Endspiel erreicht und könnte sich erstmals überhaupt auf Europas Handball-Thron setzen. Der zweimalige Weltmeister setzte sich in Zagreb mit 27:23 (15:9) gegen Frankreich durch und bekommt es am Sonntag mit Schweden zu tun, das Dänemark dramatisch aus dem Turnier warf .

Spanien hat bei der EM in Kroatien wie schon 2016 das Endspiel erreicht und könnte sich erstmals überhaupt auf Europas Handball-Thron setzen. Der zweimalige Weltmeister setzte sich in Zagreb mit 27:23 (15:9) gegen Frankreich durch und bekommt es am Sonntag mit Schweden zu tun, das Dänemark dramatisch aus dem Turnier warf.

Die Franzosen hatten von Beginn an große Probleme gegen den Bezwinger der deutschen Mannschaft und lagen nach elf Minuten erstmals mit drei Toren zurück. Ein Grund war die nicht vorhandene Torhüterleistung von Vincent Gerard, der in der ersten Viertelstunde keinen einzigen Ball parierte.

Außerdem ließ das Team von Trainer Didier Dinart zu viele Chancen liegen und leistete sich einige technische Fehler. Nikola Karabatic und Kentin Mahe brachten den Rückraum nicht in Schwung. Wenn etwas im Angriff ging, dann über Kreisläufer Cedric Sorhaindo, der vier der neun französischen Tore im ersten Durchgang erzielte.

Zwar glich Frankreich in der 18. Minute zum 8:8 aus, anschließend zogen die Spanier dank ihrer Kaltschnäuzigkeit im Angriff und einer guten Abwehr aber davon. Ferran Sole verwandelte nach Ablauf der Zeit einen fälligen Siebenmeter zum 7:1-Lauf und zum 15:9-Pausenstand.

Auch im zweiten Durchgang wurde das Spiel des dreimaligen Europameisters lange nicht besser. Die Franzosen machten viel zu viele Fehler, während Spanien weiterhin stark verteidigte und angeführt vom bärenstarken Spielmacher Daniel Sarmiento und Raul Entrerrios strukturiert und geduldig seine Angriffe so lange ausspielte, bis sich eine gute Gelegenheit bot.

Die Folge: Die Truppe von Coach Jordi Ribera ging in der 45. Minute mit 23:14 in Führung. Erst jetzt erwachte Frankreich - und wie! Ein 6:0-Lauf innerhalb von fünfeinhalb Minuten brachte den Favoriten wieder auf 20:23 heran, den Spaniern flatterten nun plötzlich die Nerven. Selbst der bis dato herausragende Ferran Sole scheiterte bei seinem siebten Siebenmeter zum ersten Mal.

Mit einer starken Deckung stoppten die Spanier schließlich den Lauf. Frankreich kam nicht mehr näher als auf drei Tore heran und muss nach der ersten Niederlage bei diesem Turnier überhaupt am Sonntag im Spiel um Platz drei ran.

Für eine tolle Geschichte sorgte Arpad Sterbik, der seine internationale Karriere eigentlich beendet hatte. Spaniens Torhüterlegende wurde für den verletzten Gonzalo Perez de Vargas zum Halbfinale nachnominiert. Der 38-Jährige betrat lediglich fünf Mal die Platte, wenn Frankreich einen Siebenmeter zugesprochen bekam - und wehrte drei Mal ab!

Die Daten zum Spiel

Torschützen Frankreich: Sorhaindo (6), Lagarde, Karabatic, Porte (alle 3), Mahe (3 - 2 von 3 Siebenmeter), Dipanda, Abalo, Mem (alle 1), Guigou (1 - 0 von 1 Siebenmeter), Caucheteux (1 - 1 von 2 Siebenmeter).

Torschützen Spanien: Sole (7 - 6 von 7 Siebenmeter), Entrerrios (6), Sarmiento (3 - 0 von 1 Siebenmeter), Gurbindo, Aguinagalde, Canellas (alle 2), Arino, Fugueras, Dujshebaev (alle 1), Rivera (1 - 0 von 1 Siebenmeter), Balaguer (1 - 1 von 1 Siebenmeter).

Zwei-Minuten-Zeitstrafen: Frankreich 4 - Spanien 4

Der Star des Spiels: Raul Entrerrios

Der Rückraumspieler vom FC Barcelona bildete gemeinsam mit Spielmacher Sarmiento ein überragendes Gespann. Entrerrios war mit sechs Toren bester spanischer Werfer und versenkte sechs seiner acht Würfe (75 Prozent).

Der Flop des Spiels: Nikola Karabatic

Klar war Torhüter Vincent Gerard (3 von 17, 18 Prozent) bis zu seiner Auswechslung für Cyril Dumoulin fast ein Totalausfall. Und auch Luc Abalo enttäuschte. Trotzdem steht hier Karabatic, weil auch der Superstar ganz schwach spielte. Er leistete sich ungewöhnlich viele technische Fehler und schlechte Pässe. Zudem versenkte er lediglich drei seiner acht Würfe (38 Prozent).

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