Handball: Berlin - die Hauptstadt des Handballs

Es war einmal in Berlin, es war einmal Feldhandball: Szene aus dem WM-Spiel Deutschland gegen Portugal 1955 im Olympiastadion. Es endete 9:4.

Berlin.  Der Ort hat etwas Ernüchterndes: eine asphaltierte Fläche, umrahmt von einem heruntergekommenen Zaun, an dem ein Banner baumelt mit der Aufschrift "Hier günstig Parken, Tageskarte sechs Euro". Links davon stehen große Baukräne, auf dem vom Regen aufgeweichten matschigen Boden sollen ein Hotel, Büroräume und Studentenwohnungen entstehen. Rechts davon weisen Plakate auf einen luxuriösen Gebäudekomplex für kreatives Wohnen und Arbeiten hin.

Das ist der Geburtsort des deutschen Handballs. Vor hundert Jahren stand hier in der Alexanderstraße 41 in Mitte ein Lehrervereinshaus. Hier legte der "Ausschuss für Frauen- und Mädchenturnen des Berliner Turnraths" am 29. Oktober 1917 zum ersten Mal die Regeln für den ab da offiziell als Handball bezeichneten Sport fest.

Berlin als bedeutender Handball-Ort

Im Gegensatz zu seinem Geburtshaus hat der deutsche Handball den Zweiten Weltkrieg und etliche Umbauarbeiten in den vergangenen Jahrzehnten überlebt, vor allem dank der Leidenschaft unzähliger Sportler, Fans und Funktionäre sowie der Fähigkeit zur Veränderung. Wenn die Handball-Familie mit dem Doppel-Länderspiel der Männer (gegen Spanien, 14.30 Uhr/ARD) und Frauen (gegen die Niederlande/17.30 Uhr) an diesem Sonntag in der Max-Schmeling-Halle den Abschluss des Jubiläums "100 Jahre Handball" feiert, dann zelebriert sie einen Sport, der unzählige Helden hat.

Einer der Pioniere war der Berliner Turnfunktionär Max Heiser, der Handball zunächst als reine Frauenvariante konzipierte. Damals war jeder ...

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