Hamilton in der WM-PK: "Dankbar, dass wir Rennen fahren konnten"

Juliane Ziegengeist
·Lesedauer: 3 Min.

Niemand aus dem inneren Kreis der Formel 1 kann die Saison 2020 resümieren, ohne die durch die Corona-Pandemie entstandenen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen, die Teams, Fahrer und Organisatoren in diesem Jahr besonders herausforderten. Das gilt auch für Weltmeister und Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.

Er selbst wurde während des letzten Tripleheaders - dem ersten außerhalb Europas - positiv auf COVID-19 getestet und musste einen Rennen pausieren, ehe er zum Saisonfinale in Abu Dhabi wieder zurück auf die Strecke kehren konnte.

"Es war ein unglaubliches Jahr, was den Erfolg des Teams angeht, aber es war eine Achterbahn der Gefühle in diesem Jahr, da so viel mit der Pandemie passiert ist", blickt der Brite zurück. "Einerseits sind wir wirklich dankbar, dass wir in der Formel 1 wieder Rennen fahren und arbeiten können. Wir können das machen, was wir gerne tun."

Hamilton: 2020 war "Achterbahn der Gefühle"

"Aber dann der Gedanke an die Isolation für jeden auf der Welt und all die Schwierigkeiten, die die Menschen erlebt haben, der Verlust ihrer Jobs, so viele verschiedene Dinge ... wie ich schon sagte, es ist eine Achterbahn der Gefühle", zeigt er sich nachdenklich.

"Am Ende bin ich einfach nur sehr dankbar für die Bemühungen des Teams, uns ein Auto zur Verfügung zu stellen, mit dem wir um die Meisterschaft kämpfen können. Ich bin dankbar, dass wir in diesem Jahr Rennen fahren konnten, denn es gab eine Zeit, in der es nicht so aussah, als ob wir das tun würden", sagt Hamilton weiter.

Die Ungewissheit darüber, wie viele Rennen es in der Formel-1-Saison 2020 tatsächlich geben würde, habe seine Herangehensweise aber nicht wirklich beeinflusst. "Ich nehme es immer Rennen für Rennen", erklärt der siebenfache Weltmeister.

Schwierige Saison "hat uns stärker gemacht"

"Es ist nur so, dass die Saison viel später begann", weshalb der normale Aufbau, die normale Rennvorbereitung, die die Fahrer für gewöhnlich durchlaufen, gestört wurde. "Man muss versuchen, den besten Weg zu finden, um zu trainieren und sich auf die Gelegenheit vorzubereiten, wenn es dazu kommt, dass die Saison beginnt."

"Es war seltsam, mitten in der Saison oder mitten im Jahr anzufangen, fast nur in Europa zu sein und wieder die Tripleheader zu haben. Aber ich denke, wir haben dieses Jahr als Team Stärke und echte Tiefe gezeigt", lobt der 35-Jährige die gemeinschaftliche Anstrengung von Mercedes auf dem Weg zum erneuten Weltmeistertitel.

Hat der neue und alte Champion ein Rennen dieser Saison in besonderer Erinnerung? "Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht an alle Rennen erinnern", gibt Hamilton zu. "Ich müsste mir alle Trophäen ansehen, um mich genau zu erinnern."

Stolz auf die Trophäensammlung in Brackley

"Ich denke, die Türkei ist natürlich das, an das ich mich am ehesten erinnere, weil es noch nicht so lange her ist. Unter den Umständen, mit denen wir als Fahrer konfrontiert waren, und unter dem Druck, dass die Meisterschaft in diesem Moment gewonnen werden konnte, würde ich sagen, das war für mich meine herausragende Leistung."

Im Regenthriller von Istanbul setzte sich Hamilton damals gegen Sergio Perez (Racing Point, 2.) und Sebastian Vettel (Ferrari, 3.) durch und machte den Titel vorzeitig klar. Es war einer von insgesamt elf Siegen des Briten in 17 Saisonrennen 2020.

Den WM-Pokal konnte er in diesem Jahr nicht persönlich bei der FIA-Gala in Genf entgegennehmen. Stattdessen meldete er sich per Videoschalte aus der Mercedes-Fabrik in Brackley, wo sich die 2020er-Trophäe in eine ganze Sammlung einreiht, die in den vergangenen sieben Jahren der Zusammenarbeit entstanden ist.

"Ich bin dankbar, denn die Trophäen, die wir hier haben, ich denke, die meisten davon habe ich wahrscheinlich mit dem Team erreicht, also bin ich stolz auf dieses Kabinett, das wir ziemlich schnell zusammen aufgebaut haben", so Hamilton abschließend.

Mit Bildmaterial von FIA.