Hamilton & Ricciardo: War dieser "Shoey" eigentlich legal?

Maria Reyer
·Lesedauer: 2 Min.

Auf dem Nürburgring hat Daniel Ricciardo noch darauf vergessen, doch bei seinem zweiten Podium für Renault 2020 in Imola führte er eine alte Tradition fort: Er trank den Champagner stilecht aus seinem Schuh. Rennsieger Lewis Hamilton bat den Australier ebenso um einen "Shoey", doch ist das in Zeiten von Corona überhaupt erlaubt?

Diese ungewöhnliche Frage musste FIA-Rennleiter Michael Masi nach dem Rennen in der Emilia-Romagna beantworten. Hat der "Shoey" gegen die strengen Sicherheitsvorgaben des Corona-Protokolls verstoßen? "Ich muss sagen, dass ich das Trinken eines 'Shoey', wie das gemeinhin genannt wird, nicht im Detail studiert und in Betracht gezogen habe."

In den strengen Vorschriften findet sich keine Regel, die das Teilen eines Schuhs, um daraus zu trinken, verbietet. Damit droht auch keine Strafe für Ricciardo und Hamilton. In den vergangenen Monaten hagelte es zumindest immer wieder Verwarnungen.

Personen im Fahrerlager hatten sich nicht oder nur unzureichend an die Richtlinien gehalten. Die FIA hatte diese vor Beginn festgelegt, um eine Saison trotz Pandemie dennoch durchführen zu können. Unter anderem wurde auch die Podiumszeremonie klar geregelt.

Trotzdem ließ es sich Ricciardo diesmal nicht nehmen, dennoch einen Schluck aus seinem Schuh zu nehmen. Bereits 2016 führte er die von Fans liebgewonnene Tradition beim Rennen in Deutschland ein, seither konnte er 18 weitere Podestplätze einfahren.

Allerdings schien der Australier auf dem Nürburgring von seinem dritten Platz derart überrascht, dass er nach zwei Jahren Abstinenz ganz auf den "Shoey" in der Eifel vergaß. Das sollte ihm aber kein zweites Mal passieren: "Ich habe meinen rechten Schuh ausgezogen, eingeschenkt und wollte den Mechanikern zuprosten."

Dann die überraschende Wende: "Mister Hamilton hat mich gebeten, auch meinen linken Schuh auszuziehen. Er hat tatsächlich aus meinem Schuh getrunken. Das haben wir zusammen gemacht und es war majestätisch", grinst Ricciardo.

Was ihn daran besonders amüsiert: "Funfact dabei ist, dass er glaube ich vor drei Jahren auf dem Podium gesagt hat, dass er niemals aus meinem Schuh trinken würde. 2020 passieren wirklich eigenartige Dinge." Insgeheim hatte Ricciardo gehofft, dass er Hamilton eines Tages drankriegen würde.

"Das habe ich nicht vergessen, das macht mich sehr glücklich." Der Champagner sei dieser Tage außerdem kühler, bemerkt Ricciardo, womöglich aufgrund der kälteren Bedingungen im Herbst. "Das macht die 'Shoey-Experience' ein wenig erträglicher."

Weltmeister Hamilton denkt darüber im Nachhinein ein wenig anders: "Es hat definitiv nicht großartig geschmeckt. Ich mochte Champagner schon davor nicht wirklich, aber es hat so definitiv noch schlimmer geschmeckt", offenbart der Mercedes-Pilot.

Bereits beim Schluck aus dem Ricciardo-Schuh verzog er auf dem Podest seine Miene. "Aber positiv ist, dass Daniels Mutter mich für einen guten Sportler hält, wofür ich ihr dankbar bin. Ich glaube, Daniel hatte gemeint, dass ich einmal gesagt hätte, dass ich es nie tun würde. Die Lektion daraus lautet also: Sag niemals nie."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.