Stimmen: Hamilton und Lauda wüten nach Vettel-Crash

Lewis Hamilton hält die Strafe für Sebastian Vettel für zu milde

Die Start-Kollision von Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas war der große Aufreger des Formel-1-Grand-Prix in Frankreich - vor allem bei den Silberpfeilen war man danach nicht gut auf Vettel zu sprechen.

Denn obwohl die Rennleitung dem viermaligen Weltmeister eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe aufbrummte, kam dieser als Fünfter vor seinem Unfallgegner Bottas ins Ziel. Das war Rennsieger Lewis Hamilton und Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda ein Dorn im Auge - für sie fiel die Strafe zu gering aus.

Auch Vettel gestand nach dem Rennen seine Schuld ein, wenngleich er seiner Meinung nach keine Möglichkeit hatte, den Unfall zu verhindern.

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, der Pressekonferenz und aus der Boxengasse zusammen:

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1: "Ich bin sehr dankbar. Mein Team - und ich bin jetzt sechs Jahre dabei - schiebt die Grenzen immer weiter nach vorne und gibt nie auf. Ein toller Tag. Für mich persönlich ist es der beste Grand Prix in Frankreich gewesen. Es war klasse, einen frischen Motor zu haben. Damit sind wir wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz unterwegs. Und unsere Jungs in Brixworth arbeiten sehr hart daran, den besten Motor der Formel 1 zu bauen."

Zur Zeitstrafe von Vettel: "Wenn jemand dein Rennen ruiniert und dann einen Klaps auf die Hand kriegt, dann ist das ziemlich... Er sollte dann nicht mehr dazu in der Lage sein, eine Aufholjagd zu starten und vor dem Unfallgegner ins Ziel kommen"


Max Verstappen (Red Bull/Platz 2): "Lewis hat die Pace kontrolliert. Ich musste im Rennen nicht sehr hart arbeiten. Aber es ist schön, auf dem Podium zu stehen. Ein fantastisches Rennen."

Zum Crash von Vettel: "Ich glaube, das nächste Mal, wenn ihr Seb trefft, fragt ihn, ob er nicht seinen Stil ändern muss. 'Ganz ehrlich, das ist doch nicht akzeptabel.' Genau das hatten sie mir zu Beginn der Saison gesagt. Und Seb sollte einfach gar nichts machen und einfach weitermachen. Das ist mein Rat an alle, die in diesem Raum versammelt sind. Im Leben macht man Fehler. Das passiert auch den Besten, wie wir heute gesehen haben. Es ärgert mich einfach, weil es für ihn sicher nicht so übel werden wird wie für mich."

Kimi Räikkönen (Ferrari), Platz 3: "Jeder hatte seine Probleme mit dem Start gehabt. Ich bin ein wenig nach außen gekommen, aber diese Sachen passieren halt. Trotzdem sind wir auf das Podest gekommen."

Vettel gesteht Schuld an Start-Crash ein

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 5: "Ich war letztlich derjenige, der daran schuld war. Mein Start war zu gut - das hat man auch selten. Ich konnte ihn nicht nutzen. Rechts war Valtteri, links hat der Lewis zugemacht. Unglücklicherweise versuchte Bottas seine Position zurückzuerobern. Er war auf einer guten Linie, aber ich hatte keinen Grip. Deshalb habe ich das Auto verloren. Es ist schade für ihn, er hat nichts falsch gemacht. Schade für uns, weil wir ein besseres Resultat einfahren hätten können. Eigentlich war von Anfang an der Wurm drin, dafür ist der 5. Platz okay. Wir hätten durchfahren können, aber als Valtteri stoppte, haben wir die Strafe abgesessen und das Rennen nach Hause gebracht. Die Abstände waren nach dem Stopp zu groß."


Nico Hülkenberg (Renault), Platz 9: "Es lief eigentlich ganz okay. Die erste Runde war wie erwartet spektakulär, die Kollegen waren recht wild unterwegs. Ich habe mich gut raushalten können, habe aber leider einen Platz an einen Force India verloren. Im Verlauf des Rennens habe ich aber ein paar Leute überholen können. Aber im 2. Stint mit den Ultrasoft hat ein bisschen die Pace gefehlt und ich konnte nicht mehr genügend aufholen. Immerhin zwei Punkte geholt. Von daher war es ganz okay."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Für Lewis war es ein fehlerfreies Rennen. Motor und Fahrer haben funktioniert - das haben wir in dieser Kombination lange nicht gehabt. Sebastian hat sich verschätzt in Kurve 1 und damit Valtteris Rennen ruiniert - und sein eigenes. Ich hoffe, dass wir jetzt einen Schritt gemacht haben und uns weiterentwickelt haben. Wir müssen uns konstant weiterentwickeln. Das zweite Auto vorne zu haben, wäre natürlich super. Aber man muss auch demütig bleiben. Es ist ein Dreikampf zwischen Red Bull, Ferrari und uns."

Niki Lauda (Mercedes-Aufsichtsratschef): "Lewis hatte das Rennen unter Kontrolle und machte keine Fehler. Das Team hat perfekte Arbeit geleistet. Alles fantastisch. Es war das richtige Ergebnis. Aber wir hätten einen Doppelsieg erzielen können. Dass Vettel nur fünf Sekunden kriegt, ist ein gewaltiger Fehler. Es ist zu gering. Sie hätten ihm mehr Strafzeit geben können. Fünf Sekunden sind nichts - denn er hat das gesamte Rennen von ihm selbst und Bottas zerstört."