Hamilton holt Pole in Abu Dhabi - Pleite für Vettel

Sportinformationsdienst

Jubilar Lewis Hamilton will die "Weltmeister der Zukunft" in die Schranken weisen, Sebastian Vettel hofft zumindest leise auf ein Geburtsgeschenk in Abu Dhabi: Das Saisonfinale der Formel 1 könnte einen Mehrkampf um den letzten Sieg des Jahres bringen.   

Mercedes-Star Hamilton holte vor dem 250. Rennen seiner Karriere die Pole Position und wird am Sonntag erstmals seit vier Monaten vom ersten Rang starten.

Hamilton erleichtert

"Es hat so lange gedauert, das mal wieder hinzubekommen", sagte Hamilton nach seiner fünften Pole der Saison und der 88. seiner Karriere: "Wir geben nie auf, und wir haben uns bis zum letzten Rennen weiterentwickelt."  

Hinter dem alten und neuen Weltmeister steht die junge Garde, Max Verstappen im Red Bull startet vor Charles Leclerc im Ferrari. Erst dahinter wird dessen Teamkollege Vettel ins Rennen gehen, der am vergangenen Mittwoch zum dritten Mal Vater geworden war.

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Der Deutsche zeigte sich nach der Zeitenjagd unter Flutlicht wenig überrascht, "dass es uns hier schwerfiel. Es gibt aber die Möglichkeit, morgen etwas anders zu machen als der Rest", sagte er: "Zum Beispiel auf weichen Reifen zu starten." Als einziger der Top-Piloten wird Vettel am Sonntag mit den Soft-Pneus in die Startaufstellung rollen, damit kann er taktisch anders agieren.

Schneller als die Ferrari war auch Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, der neue Vizeweltmeister drehte die zweitschnellste Runde. Er wird aufgrund des Austauschs einiger Motorenkomponenten aber ans Ende der Startaufstellung versetzt. Renault-Pilot Nico Hülkenberg geht vom neunten Rang in das wohl letzte Formel-1-Rennen seiner Karriere. Der Emmericher verliert seinen Platz im Werksteam nach der Saison an den Franzosen Esteban Ocon.

Vettel mit Patzern

Für Vettel wurde das Qualifying zur Fortsetzung eines turbulenten Wochenendes. Nach der Geburt seines Sohnes war er leicht verspätet in Abu Dhabi angereist und leistete sich einen durchwachsenen Trainings-Freitag mit einem Ausritt in die Bande.

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Den Kampf um die besten Startplätze nahm er dann mit einem weiteren Ausrutscher auf: Beim Schwung holen für seine erste schnelle Runde drehte sich der Bolide noch ehe er die Start-Ziel-Linie überquert hatte. Vettel qualifizierte sich anschließend nur mit einer wenig überzeugenden Zeit für den finalen Abschnitt, obwohl er anders als die Konkurrenten an der Spitze die schnellsten Reifen aufgezogen hatte.

Im Q3 hatten beide Ferrari dann keine Chance gegen das Mercedes-Duo und Verstappen, weil das rote Auto im kurvigen, relativ langsamen Schlussabschnitt mehr als eine halbe Sekunde verlor. Und Vettel vergab seine Chance, zumindest an Leclerc vorbeizuziehen - weil er auf seiner letzten Runde nicht mehr voll fuhr. Offenbar in dem Glauben, dass die Zeit bereits abgelaufen war.