Das erwartet Hamburgs Coach von seinem prominenten Zugang

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Das erwartet Hamburgs Coach von seinem prominenten Zugang
Das erwartet Hamburgs Coach von seinem prominenten Zugang

Der Handball Sport Verein Hamburg ist zurück in der Bundesliga!

Nach fünf Jahren wird in Hamburg endlich wieder Erstliga-Handball gespielt - die große Auferstehung der Handballstadt ist beinahe vollendet.

Denn: Erst 2016 stellte der HSV Handball GmbH seinen Spielbetrieb aufgrund einer Insolvenz ein und musste mit einer zweiten Mannschaft als eV in der 4. Liga den Neustart wagen.

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Es folgte - unter neuem Namen - direkt der Sprung in die dritte Liga. Nach einigen weiteren Jahren ist das Team nun wieder in der Bundesliga angekommen. Dort will sich das Team von Aufstiegstrainer Torsten “Toto” Jansen unbedingt etablieren.

Im Interview mit SPORT1 spricht der Welt- sowie Europameister über die Mission Klassenerhalt, die Rückkehr von Johannes Bitter und die Zukunft des HSVH.

Jansen wünscht sich überall mehr Fans

SPORT1: Herr Jansen, wie sehr fiebern Sie Ihrem Trainer-Debüt in der Bundesliga entgegen?

Torsten Jansen: Davor liegt noch eine Menge Arbeit, wir haben noch ein Testspiel. Wir sind schon in den Vorbereitungen auf Göppingen, aber da fieber nicht nur ich dem entgegen, sondern der ganze Verein. Noch bin ich ganz entspannt. Das Kribbeln kommt wahrscheinlich am Spieltag, aber noch ist es einfach Vorbereitung wie vor jedem anderem Spieltag.

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SPORT1: Welche Bedeutung hat die Rückkehr der Zuschauer für Sie?

Jansen: Wir hatten das große Glück, dass wir zum Ende der vergangenen Saison als Modellprojekt schon einmal zwei Spiele mit mehr Zuschauern in der Barclaycard Arena machen konnten. Jetzt dürfen wieder einige Fans mehr rein (3.000 Zuschauer sind zugelassen; Anm. d. Red.), was uns sehr freut. In Kiel kommt jetzt auch ein Modellprojekt mit fast 90 Prozent Auslastung der Halle. Wäre schön, wenn das in naher Zukunft überall möglich wäre.

Jansen zufrieden mit HSVH-Kader

SPORT1: Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung?

Jansen: Man kann nie ganz zufrieden sein - es wird nie so laufen, wie man sich das wünscht. Selbst wenn man super spielt und alle Spiele gewinnt, ist das noch kein Indikator für einen erfolgreichen Saisonstart oder eine generell erfolgreiche Saison. Daher muss man das immer relativieren. Wir sind auf einem guten Weg trotz einiger Verletzungen oder Krankheiten. Aber ich bin mit der Integration der Neuen zufrieden und die Mannschaft findet sich, was sehr wichtig ist.

SPORT1: Wie bewerten Sie den Kader, der Ihnen zur Verfügung steht? Genügt er qualitativ und quantitativ, um die gesteckten Ziele zu erreichen? Wo sehen Sie noch Nachholbedarf?

Jansen: Das ist noch zu früh, zu sagen. Wir haben den Kader so umgestellt und wir müssen abwarten, was die Saison so bringt. Wenn man noch einmal nachjustieren muss und kann, werden wir uns sicher zusammensetzen - aber im Augenblick spielt das eine eher untergeordnete Rolle. Ich bin zufrieden mit dem Kader. Der Aufstieg war auch spät klar, daher konnten wir erst später planen, aber das ist auch in Ordnung.

Jansen über Jogi Bitter: “Soll in erster Linie Bälle halten”

SPORT1: Welche Spieler sind die zentralen Stützen in Ihrem Team? Wer muss angesichts einiger Spieler ohne Bundesliga-Erfahrung vorangehen?

Jansen: Da ist jeder in der Pflicht, ich will da keine Einzelnen rauspicken. Es ist ein Mannschaftssport, da gibt es den einen oder anderen Eckpfeiler sicher. Aber jeder hat die gleiche Aufgabe letzten Endes. In einem Mannschaftssport sollten alle vorangehen, bei uns ist die Hierarchie womöglich etwas flacher als wo anders.

SPORT1: Wie wichtig ist es, Johannes Bitter zurückgeholt zu haben? Inwieweit bringt er Hamburg sportlich weiter und wie sehr auch abseits des Platzes?

Jansen: In erster Linie soll er Bälle halten, das ist das Entscheidende. Ich würde es aber nicht auf einen Spieler so fixieren wollen. Jeder hat seinen Platz in der Mannschaft. Aber das kann auch jederzeit durcheinandergewirbelt werden - wenn andere besser spielen oder es besser passt, bekommen die den Vorzug. Jogi kann mit seiner Erfahrung den jüngeren Spielern eine Menge weitergeben, aber letzten Endes ist er dazu da, eine gute Leistung abzuliefern. Wir versuchen ihm als Trainer und Umfeld, die besten Voraussetzungen dafür zu liefern. Er wird mit den Jungs zusammen hoffentlich die Grundlage legen, dass wir eine gute Abwehr stellen.

Jansen: “Haben aus der Vergangenheit gelernt”

SPORT1: Was zeichnet den neuen Verein aus, was sind die Unterschiede zum alten Verein?

Jansen: Ohne die Vergangenheit bewerten zu wollen, wollen wir das jetzt anders gestalten. Wir brauchen eine breitere Basis, was wir in den vergangenen Jahren kontinuierlich aufgebaut haben. Wir haben da aus der Vergangenheit gelernt und es kommen immer mehr Partner, Förderer und Freunde dazu. Das ist eine Sache, die für die Gegenwart und die Zukunft wichtig ist.

SPORT1: Lautet das Ziel erst einmal Klassenerhalt für den Klub?

Jansen: Als Aufsteiger eine andere Prämisse auszugeben, wäre vermessen und überheblich. Wir sind realistisch. Viele von uns haben noch nicht in der 1. Bundesliga gespielt, daher ist die Frage, wie schnell wir uns da reinfinden und Selbstvertrauen sammeln können. Für die meisten Spieler von uns ist das Neuland, auch wenn ein paar bereits Bundesliga gespielt haben.

SPORT1: Wo sehen Sie sich und den HSV Hamburg in fünf Jahren?

Jansen: Wir wollen immer wieder jüngere Spieler einbeziehen und entwickeln. Die Basis wird dafür sein, dass wir den Klassenerhalt schaffen und uns für andere Spieler interessant machen. Danach können wir weiter planen. Des Weiteren versuchen wir auch den Unterbau zu pflegen, damit die Jungs optimale Bedingungen vorfinden und auch aus dem Umfeld Hamburgs sagen können, nach Hamburg zu gehen und schauen, ob sie hier den Sprung schaffen. Meine persönliche Sicht würde ich hintenanstellen, ich habe meinen Vertrag verlängert und mich super wohl mit der Familie und der Mannschaft. Wer weiß, was in fünf oder sechs Jahren sein wird.

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