Tief "Ursula" überflutet Straßen und Keller vor allem in Norddeutschland

Unterspülte Straße in Hamburg-Bergedorf

Mit Starkregen, Überschwemmungen und teils golfballgroßen Hagelkörnern hat das Tief "Ursula" an Christi Himmelfahrt und in der Nacht zum Freitag die Feuerwehr vor allem in Teilen Norddeutschlands in Atem gehalten. Zu den besonders betroffenen Regionen zählten der Osten Hamburgs und die benachbarte Gemeinde Oststeinbek sowie Quickborn in Schleswig-Holstein, wie örtliche Feuerwehren meldeten. Keller liefen voll, vereinzelt mussten Wohnhäuser evakuiert werden.

Allein in Hamburg musste die Feuerwehr bis zum Freitagmorgen knapp 1200 Einsätze bewältigen. Im Osten der Hansestadt wurde zahlreiche Straßen und Gebäude beschädigt. Innerhalb kurzer Zeit fielen den Helfern zufolge im Großraum Bergedorf rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter.

Etwa 1200 Feuerwehrleute waren in Hamburg im Einsatz. Ein beschädigtes Gebäude wurde von einem Statiker gesperrt. Der Betrieb im stark betroffenen Krankenhaus Boberg konnte aufrecht erhalten werden. Meldungen über Verletzte gab es in Hamburg wie auch in den anderen betroffenen Regionen zunächst nicht.

Aus Quickborn und Hasloh im Kreis Pinneberg meldeten die Feuerwehren mehr als 120 Unwettereinsätze. Starkregen ließ am Donnerstag Garagen volllaufen, Straßen wurden überschwemmt. Auch in Norderstedt liefen in kurzer Zeit zahlreiche Keller voll.

Verantwortlich für den teils dramatischen Wetterumschwung am Himmelfahrstag war laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eine atlantische Kaltfront, die nach Mitteleuropa schwenkte und den Zustrom kühlerer Meeresluft aus Nordwesten einleitete. Im Vorfeld dieser Kaltfront entwickelte sich zudem ein Bereich zusammenströmender Luft, was im Laufe des Feiertags die örtlich sehr kräftigen Schauern und Gewitter auslöste.

Wie der DWD am Freitag weiter mitteilte, entstanden die ersten kräftigen Einzelzellen kurz vor Donnerstagmittag im Bereich der Schwäbischen Alb, etwas später auch in Osthessen und im Harz. Danach ging es demnach Schlag auf Schlag: Nachdem zunächst der Mittelgebirgsraum betroffen war, breiteten sich die Schauer und Gewitter rasch auch in die Flachlandregionen der Nordosthälfte aus.

Allein an seiner Station Quickborn registrierte der DWD 42 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb von nur 30 Minuten - und dies, nachdem in der Stunde zuvor bereits 17 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren. Aus Radarbildern abgeleitete Niederschlagswerte ergaben für den Bereich Goslar in Niedersachsen und die Rhön stellenweise sogar mehr als hundert Liter Regen pro Quadratmeter binnen wenigen Stunden.

Allerdings waren den Meteorologen zufolge die heftigsten Gewitter mit Starkregen und Hagel örtlich stark begrenzt - mit der Folge, dass die Menschen in vielen anderen Teilen Deutschlands trocken durch den Tag kamen.