Dank Teenie Arp: HSV gelingt Befreiungsschlag

Jann-Fiete Arp erzielte einen Treffer beim Sieg des Hamburger SV gegen Stuttgart

Mit dem Motto "Jugend forscht" hat der Hamburger SV nach knapp zwei Monaten seine verheerende Negativserie durchbrochen und im Kampf um den Klassenerhalt einen wichtigen Sieg eingefahren (DATENCENTER: Spielplan und Ergebnisse).

Der HSV schlug am 11. Spieltag der Bundesliga den VfB Stuttgart mit 3:1 (1:0) und verbesserte sich durch den insgesamt 500. Liga-Heimsieg in der Tabelle durch den Erfolg mit nun zehn Punkten auf Platz 15 (DATENCENTER: Die Tabelle).

Entscheidenden Anteil daran hatten der erst 17-jährige Jann-Fiete Arp sowie der 20-jährige Japaner Tatsuya Ito, die HSV-Trainer Markus Gisdol nach den vielen Enttäuschungen der letzten Wochen in die Startelf befördert hatte.

Nach zuletzt sieben Niederlagen aus den vergangenen acht Partien eine durchaus gewagte Aktion von dem in der Kritik geratenen Gisdol. Als Schicksalsspiel empfand er die Begegnung aber nie: "Es war ein verdienter Sieg heute. Ich habe keinen Druck empfunden und war null komma null besonders aufgeregt", sagte Gisdol bei Sky.

Die Highlights des Spieltags am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur

Arp und Ito wirbeln für den HSV

Arp, der mit seinem Einsatz ligaweit der erste Startelfspieler des Jahrgangs 2000 ist, sorgte mit seinem Tor zum 3:1 für die Entscheidung und wirbelte wie Ito auch sonst die Stuttgarter Abwehrreihen gehörig durcheinander.

"Es war beeindruckend, wie cool Fiete mit der ganzen Situation umgegangen ist. Er spielt sehr unbekümmert und cool - das hat uns heute sehr geholfen", sagte Hamburgs Sportdirektor Jens Todt bei SPORT1, der zudem von einem "Befreiungsschlag" für den HSV sprach.


Mit seinen beiden Saisontreffern ist Arp nicht nur der beste Torschütze des HSV, sondern ist auch der drittjüngste Spieler in der Geschichte der Bundesliga mit zwei Treffern - nur Dortmunds Christian Pulisic und Leipzigs Timo Werner waren noch jünger.

In Hamburg drückt man aber sofort auf die Euphoriebremse. "Es wird zu viel Hype um ihn bereits gemacht. Das müssen wir sicherlich von ihm abschirmen. Es tut keinem jungen Spieler gut, wenn er zu früh in die Öffentlichkeit gerät. Deshalb gibt es von mir keine Statements dazu", sagte Gisdol bei SPORT1.

Hamburg feiert Jubiläums-Sieg

Neben Arp (69.) erzielten Aaron Hunt (20.) und Filip Kostic (65.) die Tore für die Hamburger, die nach einer Fehlentscheidung bei dem Platzverweis von Stuttgarts Dzenis Burnic in der 13. Minute (Gelb-Rot) in Überzahl spielten.


"Aus meiner Wahrnehmung war es so, dass der Spieler rücksichtslos in die Achillessehne von Hunt eingestiegen ist. So habe ich es wahrgenommen, aber die Fernsehbilder geben das nicht her. Die Gelb-Rote Karte war in dem Fall nicht richtig", sagte Schiedsrichter Guido Winkmann.

Daniel Ginczek erzielte per Handelfmeter in der 55. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich für die dezimierten Schwaben (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Patzer von Zieler

Die Anfangsphase spielte dem HSV voll in die Karten. Die Norddeutschen gingen früh in Führung nach einem Fehler von Ex-Nationalkeeper Ron-Robert Zieler, der einen harmlosen Freistoß von Hunt ins eigene Tor ablenkte (20.).

In der Mitte lauerte der bewegliche Arp, der Zieler in der 25. Minute mit einem strammen Rechtsschuss prüfte. Nur 180 Sekunden später vergab Dennis Diekmeier aus kurzer Distanz die Riesengelegenheit auf sein erstes Bundesliga-Tor.

"In der ersten Halbzeit muss ich das Tor machen, hätte ich einen Tick mehr Risiko gehen müssen. Ich mache es leider nicht - kriege jetzt wieder ein paar Sprüche", sagte ein gelaunter Diekmeier bei SPORT1.


Ausgleich nach Videobeweis

Nach dem Wechsel glich Ginczek dann nach einem per Videobeweis ermittelten Handelfmeter aus (55.), doch Kostic traf wenig später per Kopf zur erneuten HSV-Führung (65.). Dann zeigte Arp sein ganzes Können und erhöhte nach feinem Dribbling auf 3:1 (69.).

Der VfB ist durch die Niederlage weiter das schwächste Auswärtsteam der Liga. Auch nach der sechsten Partie bleiben die Schwaben in der Fremde punktlos. Dank seiner Heimstärke bleibt das Team von Hannes Wolf immerhin vor den Hamburgern.