Hamburg: Opposition reagiert kritisch auf Verluste der HSH-Abwicklung

dpa-AFX

KIEL/HAMBURG (dpa-AFX) - Die Oppositionsfraktionen in der Hamburger Bürgerschaft haben mit scharfer Kritik auf die Verluste der Abwicklungsgesellschaft für faule Kredite der HSH Nordbank reagiert. "Die Verluste übertreffen unsere schlimmsten Befürchtungen", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Michael Kruse. "Die HSH Portfoliomanagement ist dabei, ein Milliardengrab zu werden." Das hätte mit einer ehrlichen Bewertung der angekauften Kredite im Sommer 2016 vermieden werden können.

Massive Fehler bei Ankauf der Schiffskredite stellte auch der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Thilo Kleibauer fest. "Hamburg und Schleswig-Holstein haben auf Basis fragwürdiger Bewertungen einen überteuerten Kaufpreis gezahlt und damit die Risiken für die Landeshaushalte deutlich erhöht", sagte er. Für die Fraktion der Linken erklärte deren haushaltspolitischer Sprecher Norbert Hackbusch, es sei zu befürchten, dass der übernommene Forderungsbestand so gut wie nichts an Werthaltigkeit beinhalte. "Wir werden weitere deutliche Wertberichtigungen hin zu einer realistischen Einwertung erleben - natürlich zu Lasten der Länder", sagte er.

In Kiel erklärte dagegen Finanz-Staatssekretär Philipp Nimmermann, das erste Jahr der Anstalt sei vom Aufbau und der Übertragung der Schiffskredite geprägt gewesen. Vorstand und Beschäftigte hätten innerhalb kürzester Zeit einen funktionierenden Geschäftsbetrieb errichtet; dafür gebühre ihnen Anerkennung und Dank. Die Abwicklungsgesellschaft hatte am Donnerstag einen Verlust von 505 Millionen Euro für das Jahr 2016 veröffentlicht.