Im Hambacher Forst darf künftig wieder Wald gerodet werden

Bagger im Tagebau Hambach

Im rheinischen Braunkohletagebau Hambach darf künftig wieder Wald gerodet werden. Die Bezirksregierung in Arnsberg teilte am Donnerstag mit, sie habe den Hauptbetriebsplan für den Zeitraum 2018 bis 2020 nach "intensiver Prüfung genehmigt". Der Bescheid ist die Grundlage für den Weiterbetrieb des Tagebaus von Anfang April dieses Jahres bis Ende 2020. Erlaubt ist die Abholzung demnach aus Gründen des Naturschutzes aber erst wieder ab Anfang Oktober.

Der Streit um Rodungsarbeiten im Hambacher Forst hatte bereits die Justiz beschäftigt. Dabei ging es um die Frage, ob die dortigen Waldflächen nachträglich in das EU-Schutzgebiet Natura 2000 aufgenommen werden müssen, nämlich weil die Bechsteinfledermaus dort lebt.

Anfang Dezember schlug das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster einen Vergleich vor: Demnach sollte der Tagebaubetreiber RWE bis zum Jahresende keine weiteren Abholzungs- und Rodungsarbeiten im Hambacher Forst mehr vornehmen, worin RWE auch einwilligte. Zugleich soll das Land Nordrhein-Westfalen ein Sachverständigengutachten dazu einholen, ob die bewaldete Fläche die Kriterien für das Schutzgebiet erfüllt.

Die Arnsberger Bezirksregierung erklärte nun, eine nachträgliche Schutzgebietserweiterung sei "weder aus rechtlichen noch aus naturschutzfachlichen Gründen" notwendig. Die vorhandenen Schutzgebiete seien ausreichend, um Arten und Lebensräume zu schützen.

RWE begrüßte die Genehmigung als "gute Nachricht". "Wir können den Tagebau Hambach planmäßig weiterführen und damit unseren wichtigen Beitrag für die Energieversorgung fortsetzen", erklärte der Energiekonzern. Auch der Betriebsrat des Unternehmens zeigte sich erfreut.

Enttäuscht reagierte hingegen Greenpeace: Das sei ein "weiterer Tiefschlag für Umwelt und Klimaschutz", erklärte die Umweltschutzorganisation. Ein endgültiges Urteil in dem Rechtsstreit stehe weiterhin aus. Die Bundesregierung setze außerdem gerade eine Kommission ein, die in den kommenden zwei Jahren einen Plan für einen möglichen Kohleausstieg vorlegen soll. Dem dürfe RWE nicht vorgreifen.