Hamann übt herbe Kritik an Flick

SPORT1
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Hamann übt herbe Kritik an Flick
Hamann übt herbe Kritik an Flick

Die Fan-Petition gegen Bayern Münchens Vorstand Hasan Salihamidzic ist mittlerweile über 70.000 Mal unterschrieben worden.

Der ehemalige Profi des deutschen Rekordmeisters sieht sich seit seinem Amtsantritt - damals als Sportdirektor - bei den Bayern immer wieder mit mächtig Gegenwind konfrontiert. Als Trainer Hansi Flick seinen Abschiedswunsch öffentlich verkündete, wurde der 44-Jährige von vielen Bayern-Anhängern zum Hauptschuldigen gemacht.

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Denn vor allem die Differenzen mit Salihamidzic führten wohl zum Bruch.

Nun hat der ehemalige Profi und heutige TV-Experte Dietmar Hamann eine Lanze für den Sportvorstand der Münchner gebrochen - und gleichzeitig Trainer Flick scharf kritisiert. Flick habe "die Gräben zwischen Vorstand, Mannschaft und Fans immer wieder befeuert. Das ging dann so weit, dass er letzte Woche den Alleingang machte", sagte er bei Sky90.

Hamann: Flick hat den FCB gespalten

Flick hat den Verein verständigt, dass er im Sommer aufhören will und seine Entscheidung anschließend öffentlich verkündet - zum Unverständnis von Hamann: "Dann stellt er sich hin und macht wieder einen Alleingang und erzählt es der Mannschaft und den Medien, setzt sich dann in die Pressekonferenz und dankt dem ganzen Verein, nur dem Sportvorstand nicht."

So habe der Bayern-Trainer "eine gewisse Wagenburg-Mentalität geschaffen. Die Mannschaft, das Trainerteam, die Fans hier - der Vorstand und gerade der Sportvorstand auf der anderen Seite."

Eine Herangehensweise, die Hamann nicht nachvollziehen kann: "Der Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat Flick vor 18 Monaten die Chance gegeben, einen Kader zu trainieren, der es ihm ermöglicht hat, sechs Titel zu holen. Diese Möglichkeit hätte er bei keinem anderen Verein bekommen."

Salihamidzic habe sich immer wieder gestellt, obwohl es gerade zu Beginn seiner Tätigkeiten beim FCB viel Kritik gab. "Er ist nicht beim ersten Windstoß umgefallen. Er hat mit Davies, mit Pavard sowie Goretzka und Nübel ablösefrei sehr gute Spieler geholt."

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Wusste Flick von bevorstehendem Boateng-Aus?

Die aktuelle Saison der Münchner sei "absurd". Man habe das erfolgreichste Jahr des Vereins hinter sich, verfüge über den Weltfußballer und einen der besten Trainer. Und trotzdem wenden sich etliche Fans gegen den eigenen Sportvorstand: "Das hat natürlich auch mit dem Verhalten des Trainers in den letzten Monaten zu tun."

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Im Mittelpunkt der Streitigkeiten zwischen Flick und Salihamidzic hatten häufig Personalfragen gestanden. Hamann sieht Flicks Rolle auch hier äußerst kritisch: "Es ging ja los, dass er letztes Jahr öffentlich Transfers gefordert hatte, als er noch Interimstrainer war. Dann wurde eine Entscheidung getroffen mit Alaba und Boateng und da war er involviert. Der Verein hat eine Entscheidung getroffen und seine Aussage war immer, sie kennen meine Einstellung zu Boateng."

Tatsächlich lobte Flick die beiden Innenverteidiger David Alaba und Jérôme Boateng immer wieder. Ihre auslaufenden Verträge werden nicht verlängert, der Coach hätte wohl beide gerne gehalten. Hamann: "Seine Meinung ist da irrelevant, wenn der Verein eine Entscheidung getroffen hat, dann hat er öffentlich die Entscheidung des Vereins mitzutragen."

Und er sei ja durchaus in den Entscheidungsprozess mit eingebunden gewesen. "Flick war involviert und das wurde zum Teil falsch wiedergegeben. Ich hoffe, dass das irgendwann mal jemand klarstellt. Das heißt, das mit Boateng wusste er vor Wochen. Auch, dass man Upamecano holt und nicht mit Boateng verlängert. Das wusste er."