Halbzeit 2022: Wie haben sich meine beiden Aktien-Favoriten bisher entwickelt?

Börsenkorrektur
Börsenkorrektur

Das erste Halbjahr 2022 ist Geschichte. Zum Glück! Denn das war wohl die schwierigste erste Jahreshälfte seit Jahrzehnten. Das trifft vor allem für Technologie-Aktien zu. Denn getrieben durch steigende Inflationsraten hat sich die Fiskalpolitik der US-Notenbank FED in kurzer Zeit fundamental verändert.

Das führte zu ungewöhnlich hohen Abschlägen im US-Tech-Index Nasdaq, der im ersten Halbjahr 29,5 % seines Wertes eingebüßt hat. Etwas besser schlug sich der breit gestreute S&P-500-Index, der „nur“ 20,6 % verloren hat. Doch wie haben sich meine beiden Aktien-Favoriten für 2022 bisher geschlagen?

E-Commerce in der Krise

Es ist kein Wunder, dass mein erster Aktien-Favorit Amazon (WKN: 906866) mit dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld zu kämpfen hat. Denn gesteigerte Transportkosten belasten den gesamten E-Commerce-Bereich aktuell schwer.

Dennoch sollte man nicht den Fehler machen, Amazon auf E-Commerce zu reduzieren. Denn der hochprofitable Cloud-Bereich AWS ist für mich der maßgebliche Grund, weshalb ich die Aktie weiterhin optimistisch im Portfolio behalte.

Nichtsdestotrotz beläuft sich der Kursverlust im ersten Halbjahr in der Euro-Notierung auf über 32 %. Dies hat dazu geführt, dass die Aktie mit einem erwarteten KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) für 2023 von 44,22 im historischen Vergleich geradezu erschwinglich ist.

Personalmangel bedroht Touristik?

Auch mein zweiter Aktien-Favorit Booking Holdings (WKN: A2JEXP) kam im ersten Halbjahr ordentlich unter die Räder. Kein Wunder, denn die Aktie musste gleich mehrere Belastungsfaktoren auf einmal verdauen. Denn neben steigenden Zinsen sind es auch höhere Reisekosten und ein enormer Personalmangel im Touristik-Bereich, die Booking Holdings das Leben schwer machen.

Dennoch ist der Kursverlust mit knapp über 21 % deutlich geringer als bei Amazon. Das könnte mitunter mit der effizienten Kostenstruktur von Booking Holdings zu tun haben. Denn das Unternehmen beschreibt den Vorteil von schnell skalierenden IT-Unternehmen im Vergleich zur klassischen Industrie perfekt. Da Booking Holdings keine Hotels besitzt und somit nur wenige Mitarbeiter hat, sind die Fixkosten äußerst gering. Im Gegensatz dazu kann das Unternehmen von steigender Nachfrage stark profitieren.

Dies führte mitunter dazu, dass selbst im Krisenjahr 2020 ein kleiner Gewinn erwirtschaftet wurde. Für 2023 beträgt das erwartete KGV lediglich 14,52. Keine Frage, abhängig von der weiteren wirtschaftlichen Situation und den Problemen in der Touristik kann es weiteren Gegenwind für Booking Holdings geben und das tatsächliche KGV durch sinkende Gewinne deutlich höher liegen. Basierend auf einem Vergleich mit dem historisch durchschnittlichen KGV ist jedoch bereits sehr viel Pessimismus eingepreist.

Fazit

Das letzte Halbjahr war von fundamentalen Marktveränderungen geprägt. Wer hätte noch vor einem halben Jahr gedacht, dass die Notenbank einen derart bremsenden Weg einschlagen muss? Dies verdeutlicht, wie wichtig es aktuell ist, seine Meinung und Ausrichtung auf geänderte Fundamentalaussichten zu adaptieren.

Das trifft jedoch vor allem für kurzfristig orientierte Anleger zu. Als Foolisher Anleger investiert man langfristig in Aktien und hält diese im besten Fall ein Investorenleben lang. Änderungen, d. h. ein Verkauf der Position, müssen nur in Betracht gezogen werden, wenn sich das fundamentale Umfeld dermaßen eingetrübt hat, dass die langfristige Existenz des Unternehmens bedroht ist.

Wenngleich Booking Holdings und Amazon wie viele andere Unternehmen aktuell mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen haben, sollte der langfristige Unternehmenserfolg nicht gefährdet sein. Daher halte ich meine Papiere und stocke die Positionen monatlich über einen Sparplan zu aktuell günstigen Kursen weiter auf.

Der Artikel Halbzeit 2022: Wie haben sich meine beiden Aktien-Favoriten bisher entwickelt? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Michael besitzt Aktien von Amazon und Booking Holdings. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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