Halbleiterknappheit in der Automobilindustrie: Diese Aktie profitiert jetzt besonders

Dennis Zeipert, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Infineon Chip für Füllstandmessung
Infineon Chip für Füllstandmessung

In der Automobilindustrie und vielen anderen Branchen sind seit Monaten die Halbleiter knapp. Das ist insbesondere für die Fertigung von Elektrofahrzeugen ein Problem, da dort besonders viele Halbleiter benötigt werden. Den Chipherstellern weltweit beschert die Knappheit besonders gute Geschäfte. Denn wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist, kann man höhere Preise verlangen. Gerade in der Chipbranche, wo der Wettbewerbsdruck besonders hoch ist, ist das eine willkommene Abwechslung.

Um als Anleger von dieser besonderen Situation zu profitieren, muss man sich gar nicht lange umschauen. Denn einer der großen Gewinner ist sogar im DAX gelistet. Die Rede ist von der Infineon-Aktie (WKN: 623100).

Angesichts dieser hervorragenden Geschäftsaussichten hat die Aktie innerhalb der vergangenen 12 Monate bereits um mehr als 150 % auf 33,51 Euro zugelegt (Stand 12.03.2021).

Infineon kann die Pandemie hinter sich lassen

Zu Beginn des letzten Jahres ist die Nachfrage kurzzeitig stark eingebrochen, da die Autohersteller weltweit ihre Produktion einstellen mussten. Darunter haben die Geschäftszahlen des letzten Jahres stark gelitten und Infineon einen Gewinneinbruch um etwa die Hälfte auf nur noch 372 Mio. Euro beschert. Dennoch hat Infineon es geschafft, den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf 8,5 Mrd. Euro zu steigern. Dabei hat allerdings auch der Abschluss der Übernahme des Konkurrenten Cypress geholfen. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz wohl leicht gefallen. Aber auch ein leichter Umsatzrückgang wäre angesichts der außergewöhnlichen Bedingungen kein schlechtes Ergebnis gewesen.

Ausblick auf das laufende Jahr stimmt optimistisch

Der Ausblick auf das laufende Jahr sieht dafür umso besser aus. Der Umsatz beispielsweise soll deutlich ansteigen und etwa 10,8 Mrd. Euro erreichen. Und das erste Geschäftsquartal, das bis Ende Dezember lief, hat bereits gezeigt, dass Infineon auf bestem Weg ist, seine Ziele auch zu erreichen und neue Rekorde aufzustellen. Denn allein in diesen drei Monaten ist schon ein Nachsteuergewinn von 256 Mio. Euro zusammengekommen. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum und schon fast 70 % des Gewinns des gesamten letzten Geschäftsjahres.

Daher dürfte es für Infineon ein Kinderspiel sein, den Gewinn gegenüber dem Vorjahr zu steigern. Mit etwas Glück könnte auch ein Rekordgewinn erreicht werden. Der bisherige Rekordwert stammt aus dem Jahr 2018 und lag bei etwa 1 Mrd. Euro.

Wie rosig die Zukunft an der Börse inzwischen bewertet wird, zeigt der Blick auf die Aktienkursentwicklung. Denn aktuell kostet ein Anteilsschein so viel wie zuletzt vor etwa 20 Jahren, als der Aktienkurs kurz nach dem Börsengang in die Höhe geschossen ist. Infineon ist auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende an der Börse gelistet worden und war wie ein Großteil der Technologieunternehmen in der Zeit stark überbewertet. Inzwischen haben die Geschäftszahlen aber zur Unternehmensbewertung aufgeholt, sodass der Kursanstieg dieses Mal nachhaltiger sein dürfte.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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