Chiphersteller Broadcom will Qualcomm für 130 Milliarden Dollar kaufen

Der US-Halbleiter-Konzern Qualcomm weist Übernahmeangebot des Konkurrenten Broadcom zurück

Der Halbleiterkonzern Broadcom will seinen US-Konkurrenten Qualcomm kaufen. Das Angebot beläuft sich auf 130 Milliarden Dollar (112 Milliarden Euro) inklusive Übernahme der Schulden, wie Broadcom am Montag mitteilte. Es würde sich dabei um eine der größten Übernahmen in der Technologiebranche überhaupt handeln. Zusammen machen beide Konzerne einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar.

Es handelt sich um den Versuch einer feindlichen Übernahme. Broadcom-Chef Hock Tan erklärte, durch den Größenzuwachs und eine breitere Produktpalette könnte die Firma fortgeschrittenere Halbleiter-Erzeugnisse bieten und den Aktienwert steigern. Qualcomm erklärte, das Angebot prüfen zu wollen, um den besten Weg für die eigenen Aktionäre einzuschlagen.

Qualcomm selbst versucht gerade für 47 Milliarden Dollar den niederländischen Konkurrenten NXP zu kaufen. Die EU-Kommission prüft das Geschäft momentan in einer vertieften kartellrechtlichen Untersuchung. Broadcom wiederum will den kleinen US-Konkurrenten Brocade Communications kaufen. Dieser Deal wird gerade von den US-Behörden geprüft.

Die Chiphersteller versuchen derzeit, dem scharfen Wettbewerb weltweit durch Aufkäufe und Zusammenschlüsse zu begegnen. Der US-singapurische Konzern Avago hatte Broadcom erst 2015 für damals 37 Milliarden Dollar gekauft. Vor einigen Tagen verkündete die Firma, wieder in die USA ziehen zu wollen. Intel aus den USA übernahm für 16,7 Milliarden Euro die US-Firma Altera. Vergangenes Jahr kündigte Analog Devices den Kauf von Linear Technology für 14,8 Milliarden Dollar an, Softbank aus Japan übernahm ARM.