Halbfinale! Zverev gewinnt deutsches Duell mit Struff

Kai Hartwig
Alexander Zverev zieht ins Halbfinale der BMW Open in München ein

Alexander Zverev hat bei den BMW Open in München das Halbfinale erreicht. Der Weltranglistendritte besiegte auf dem nahezu vollbesetzten Center Court seinen Davis-Cup-Teamkollegen Jan-Lennard Struff souverän mit 6:3 und 6:2.

"Ich habe sehr aggressiv gespielt und es Struffi nicht leicht gemacht", meinte Zverev nach dem Match. Zverev startete überlegen in das deutsche Duell und nahm seinem Landsmann direkt dessen erstes Aufschlagspiel zur 2:0-Führung ab.

Struff gelang zwar das Re-Break zum 1:2, doch der derzeit beste deutsche Tennisspieler konterte und breakte seinen Gegner erneut.

Struff zu fehlerhaft

Dieses Mal konnte Zverev das Break bestätigen und zog auf 4:1 davon. Struff konnte das hohe Tempo des Hamburgers zwar phasenweise mitgehen, leistete sich aber insgesamt deutlich mehr Fehler als sein Gegenüber.

Letztlich ging der erste Durchgang verdient an Zverev, der gleich seinem ersten Satzball zum 6:3 nutzte. Auch im zweiten Satz konnte Zverev das Spiel größtenteils diktieren. Struff gelang es zu selten, die deutsche Nummer eins ins Laufen zu bringen.

Ein leichter Volleyfehler von Struff verhalf Zverev zu einem frühen Break. Während Zverev kaum Schwächen zeigte, patzte Struff vor allem nach seinen zweiten Aufschlägen, mir denen er im gesamten Match nur vier Punkte holte.

Zverev jetzt gegen Chung

Am Ende entschied Zverev den zweiten Satz mit 6:2 für sich und nahm sich beim Matchball sogar noch einen Moment Zeit, ein weinendes Baby zu beruhigen. Nur noch zwei Siege fehlen zur Titelverteidigung in München.

Nach dem Match wurde Zverevs Vater Alexander Zverev Senior von DTB-Präsident Ulrich Klaus als Trainer des Jahres ausgezeichnet.

"Mein Vater ist einer der besten Trainer aller Zeiten. Er hat mit meinem Bruder Mischa und mir zwei Spieler aus dem Nichts in die Weltspitze gebracht. Ich könnte mir keinen besseren Trainer an meiner Seite vorstellen", meinte der stolze Sohn.

Im Halbfinale trifft Zverev auf den Südkoreaner Hyeon Chung, der sich problemlos gegen Martin Klizan aus der Slowakei mit 6:3, 6:4 durchsetzte.

Kohlschreiber folgt Zverev

Nach Zverev erreichte auch Philipp Kohlschreiber dank einer starken Leistung das Halbfinale. Der 34-Jährige besiegte den Weltranglistenvierzehnten Roberto Bautista Agut mit 6:4 und 6:4.

Gegen Bautista Agut, in der Weltrangliste 20 Positionen höher auf Rang 14 platziert, gelang dem Augsburger in beiden Sätzen jeweils ein frühes Break sowie im zweiten nach eigenem Aufschlagverlust ein weiteres zum 4:3.

Nach 76 Minuten beendete Kohlschreiber mit einem raffinierten und selbstbewussten Stopp beim ersten Matchball das Duell. "Ich wollte meinem Gegner zeigen, dass ich hier in München der Hausherr bin. Das hat gut geklappt und das Publikum hat super geholfen", sagte Kohlschreiber nach dem Match zu SPORT1.

Im Halbfinale will die aktuelle Nummer 34 der Welt mit Erfahrung punkten. "Ich bin im Halbfinale der älteste Spieler, da will ich natürlich meine Routine ausspielen", so Kohlschreiber, der die BMW Open 2007, 2012 und 2016 gewonnen hatte.

Deutsches Duell im Halbfinale

Im Semifinale wartet auf Kohlschreiber nun Maximilian Marterer. Der 22-Jährige steht durch einen ungefährdeten 6:3, 6:4-Sieg gegen den Ungarn Marton Fucsovics erstmals in seiner Karriere im Halbfinale eines Turniers der ATP World Tour.

Damit wird Marterer die Top 70 der Weltrangliste knacken und in dem am kommenden Montag veröffentlichten neuen Ranking seine bislang höchste Platzierung erreichen.