Haifischflossensuppe auf Asienreise: Trump empört Tierschützer

Vietnams Präsident Trần Đại Quang hielt anlässlich des Besuchs von Donald Trump ein Staatsbankett ab. (Bild: Getty Images)

Die Asienreise von US-Präsident Donald Trump ist vorbei, die Kritik hält jedoch an. Besonders ein Detail auf dem Speiseplan in Vietnam sorgt nun für Aufsehen.

Zwölf Tage, fünf Länder, zahllose Termine: US-Präsident Donald Trump beendete am Dienstag seine große Asienreise, während der er sich unter anderem mit dem umstrittenen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte und dem chinesischen Regierungschef Xi Jinping traf.

Als vorletzte Station auf seiner Reise machte Trump in Vietnam halt. Fast noch mehr als sein Auftritt beim Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Da Nang sorgt nun jedoch ein Staatsbankett in der Landeshauptstadt Hanoi für Aufsehen.

Haifischflossensuppe bringt die Gemüter zum Erhitzen

Als der vietnamesische Präsident Trần Đại Quang am Samstag zum Dinner lud, stand nämlich eine sehr umstrittene Delikatesse auf dem Speiseplan: Medienberichten zufolge bestand der fünfte Gang des 7-Gänge-Menüs aus einer Meeresfrüchtesuppe mit Haifischflossenfleisch – einer lokalen Spezialität, die international jedoch stark umstritten ist.

Angaben der Tierschutzorganisation International Fund for Animal Welfare (IFAW) zufolge werden jährlich fast 100 Millionen Haie getötet. Der Hai-Fang für das Flossenfleisch sei einer der Hauptgründe für die drastische Abnahme der globalen Haifischbestände. Der World Wildlife Fund (WWF) beziffert die Anzahl der jährlich für Haifischflossensuppe getöteten Tiere auf über 70 Millionen.

Beim sogenannten „Finning“-Verfahren werden Haien die Flossen abgeschnitten – oft bei lebendigem Leib. (Bild: AP Photo)

Doppelmoral? In den USA verboten, auf Reisen erlaubt

Während Tierschützer die Ausrottung verschiedener Hai-Arten befürchten, sorgt auch die Vorgehensweise der Haifischer – das sogenannte „Finning“ – international für Kritik: Den Tieren werden bei lebendigem Leib auf See die Flossen abgeschnitten. Anschließend werden die Haie, zum Sterben verdammt, einfach wieder ins Wasser geworfen.

Die USA selbst haben diese Prozedur 2000 im „Shark Finning Prohibition Act“ untersagt. Das Verbot wurde 2010 mit dem „Shark Conservation Act“ ausgebaut, der besagt, dass alle in den USA gefangenen Haie lediglich im Besitz ihrer Flossen an Land gebracht werden dürfen. Der Besitz und Handel mit den Flossen ist jedoch nur in einzelnen US-Bundesstaaten wie Kalifornien, Hawaii und New York untersagt. Wie die Meereswissenschaftlerin Mariah Pfleger in einem Artikel auf „Southern Fried Science“ erklärt, importieren die USA außerdem Haifischflossen aus Ländern wie China, Neuseeland, Spanien und Südafrika.

Nicht nur im Netz schlägt Trump jede Menge Hass entgegen

„Hai-Finning ist aus gutem Grund illegal in den USA und in 21 weiteren Staaten reguliert. Es ist ein schreckliches Verfahren“, erklärt IFAW-Präsident Azzedine Downes laut „Newsweek“ in einem Statement. „Diese Praktik hat eine Ausrottungskrise für viele Hai-Arten und einen schrecklichen Tod für die betroffenen Haie verursacht.“

Während Donald Trump den Verzehr der umstrittenen Delikatesse beim Staatsbankett noch nicht kommentiert hat, hagelt es auf Twitter Kritik: „Trump hat Haifischflossensuppe in Vietnam gegessen. Ausrottung in einer Schüssel auf Trumps Teller“, schreibt ein User. „Dieser Mann hat keine Seele“, stimmt ein anderer zu. Eine weitere Nutzerin findet ebenfalls klare Worte: „Warum bin ich nicht überrascht, dass Trump an dieser widerwärtigen Tötung von Haien für Haifischflossensuppe teilhaben würde? Mir fehlen die Worte für die Dummheit und Gefühllosigkeit dieses Mannes.“

Dass Trump selbst keine Probleme mit den Produktionsbedingungen und dem Verzehr der asiatischen Spezialität haben dürfte, legt ein Zwischenfall aus der Vergangenheit nahe: 2013 wurde in dem mittlerweile geschlossenen Casino „Trump Taj Mahal“ in Atlantic City, New Jersey, ebenfalls Haifischflossensuppe angeboten.

Auf Forderungen, die Speise aus dem Menü des Casinos zu nehmen, antwortete der Unternehmer damals via Twitter: „Es tut mir leid, Leute, ich bin einfach kein Fan von Haien – und macht euch keine Sorgen, sie werden noch existieren, wenn wir schon lange weg sind.“ Es folgte ein Tweet mit den Worten: „Haie sind die letzten auf meiner Liste – außer vielleicht den Verlierern und Neidern dieser Welt.“

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