Zu Haftstrafe verurteilter spanischer Topbanker erschossen aufgefunden

Miguel Blesa

Der in einem Skandal um schwarze Kreditkarten verurteilte Ex-Chef der spanischen Bank Caja Madrid, Miguel Blesa, ist erschossen aufgefunden worden. Der Leichnam des 69-Jährigen wurde am Mittwoch neben seinem Auto auf einem Jagdanwesen in Villanueva del Rey in der Provinz Córdoba entdeckt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Der bekannte Banker hatte demnach eine Schusswunde in der Brust.

Spanische Medien meldeten, Blesa habe sich möglicherweise das Leben genommen. Das wollte die Polizei unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen. Wie die Zeitung "El País" berichtete, saß der Top-Banker mit Freunden beim Frühstück, bis er zu seinem Wagen ging. Wenig später sei der tödliche Schuss zu hören gewesen.

Blesa, der enge Beziehungen zur konservativen Regierungspartei PP pflegte, stand jahrelang an der Spitze der Sparkasse Caja Madrid, die 2011 im Zuge der schweren Finanz- und Immobilienkrise des Landes mit mehreren weiteren Banken zu dem Institut Bankia zusammengeschlossen wurde.

Im Februar wurde er wegen seiner führenden Rolle in dem Skandal um schwarze Kreditkarten zu sechs Jahren Haft verurteilt. Dabei sollen mehr als 60 führende Banker und Aufsichtsratsmitglieder der Caja Madrid und später bei der mit Milliardenhilfen geretteten Großbank Bankia mithilfe der Firmenkreditkarten am Fiskus vorbei Millionensummen für Schmuck, Urlaube und Luxusklamotten verprasst haben.

Blesa war gegen das Urteil in Berufung gegangen. Zu den Verurteilten in der Affäre gehörte auch der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato. Er war einst Chef der Caja Madrid und wechselte 2010 für zwei Jahre an die Spitze der Bankia. Rato wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.