Haftstrafe für Mutter von getötetem Mädchen in Frankreich auf 20 Jahre erhöht

Fünf Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines fünfjährigen Mädchens in Frankreich hat ein Berufungsgericht die Haftstrafe der Mutter von fünf auf 20 Jahren erhöht. Die 20-jährige Haftstrafe des Partners aus erster Instanz ließen sie unverändert

Fünf Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines fünfjährigen Mädchens in Frankreich hat ein Berufungsgericht die Haftstrafe der Mutter von fünf auf 20 Jahre erhöht. Die rein weiblichen Geschworenen des Gerichts im zentralfranzösischen Le Puy-en-Velay gaben der 30-Jährigen damit dieselbe Schuld am Tod der kleinen Fiona wie ihrem damaligen Lebenspartner. Dessen 20-jähriges Hafturteil aus erster Instanz ließen sie unverändert.

Fionas Schicksal hatte 2013 ganz Frankreich bewegt. Die Polizei hatte wochenlang mit einem Großaufgebot nach der Kleinen gesucht, nachdem ihre Mutter sie als vermisst gemeldet hatte. Die Behörden gingen von einer Entführung aus, die scheinbar verzweifelte Mutter bat vor Fernsehkameras um Mithilfe. Vier Monate später gab das Paar jedoch zu, Fionas Leiche in einem Wald in der Nähe von Clermont-Ferrand vergraben zu haben.

Bei Verhören beschuldigten sich Fionas Mutter und ihr Partner gegenseitig, die Fünfjährige regelmäßig geschlagen oder getreten zu haben. Nach besonders heftigen Schlägen sei sie dann gestorben. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

Die Anklage forderte wie schon beim ersten Prozess 30 Jahre Haft für das "Folter-Paar". Fionas Mutter und ihr Partner, die als regelmäßige Drogenkonsumenten bekannt waren, seien gemeinsam für den Tod des Mädchens verantwortlich. Die Kleine sei in den Tagen und Stunden vor ihrem Tod "fortgesetzter Gewalt" ausgesetzt gewesen.

Das Gericht wies in seinem Urteil in der Nacht zum Sonntag darauf hin, dass die genauen Todesumstände ungeklärt seien, die Einlassungen der beiden Angeklagten aber keinen Zweifel an ihrer Verantwortung ließen. Der Anwalt der Mutter kündigte Berufung an. Fionas leiblicher Vater begrüßte dagegen das Urteil. Die Mutter habe die Strafe bekommen, die sie verdiene, auch wenn diese ihm sein kleines Mädchen nicht zurückgebe, sagte er AFP.

Für Aufsehen hatte während des ersten Prozesses im Jahr 2016 eine angebliche Zeugin gesorgt, die behauptete, sie könne Angaben zu dem Ort machen, an dem Fiona begraben sei. Vor Gericht entpuppte sich die 47-Jährige als Hellseherin, die nach eigenen Angaben in Kontakt mit dem toten kleinen Mädchen stand.