Haftentlassung von mutmaßlichem IS-Chefanwerber in Deutschland abgelehnt

Im Prozess gegen den als Abu Walaa bekannten mutmaßlichen Chefanwerber der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Deutschland hat das Oberlandesgericht (OLG) Celle einen Antrag seiner Verteidigung auf Aufhebung des Haftbefehls abgelehnt. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde der Beschluss bereits am Dienstag gefasst. Ahmad Abdulaziz Abdullah A. bleibt damit in Untersuchungshaft.

Abu Walaa sei "aufgrund des Ergebnisses der bisherigen Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung zusammen mit den sich aus den Ermittlungsakten ergebenden Umständen weiterhin dringend tatverdächtig", IS-Mitglied zu sein und in Deutschland um Kämpfer geworben zu haben, erklärte das Gericht. Zudem bestehe weiterhin Fluchtgefahr.

Gegen den Hassprediger und vier weitere Beschuldigte läuft vor dem OLG Celle seit September ein Prozess wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Die Bundesanwaltschaft hält Abu Walaa für den "Kopf eines Netzwerks" zur Rekrutierung von Kämpfern für die IS-Miliz.

Im Umfeld des früheren Imams des inzwischen verbotenen Hildesheimer Deutschsprachigen Islamkreises verkehrte auch der Berliner Weihnachtsmarktattentäter Anis Amri. Abu Walaa persönlich soll laut Berichten möglicherweise sogar dessen Lastwagenanschlag autorisiert haben, bei dem im Dezember 2016 zwölf Menschen getötet wurden.