Haftbefehl gegen Yamen A. wegen Anschlagsplänen erlassen

Polizisten bei Haftprüfungstermin von Yamen A

Gegen den wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in Schwerin festgenommenen Syrer Yamen A. ist Haftbefehl erlassen worden. Gegen den 19-Jährigen besteht dringender Tatverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Der Ermittlungsrichter ordnete Untersuchungshaft an.

Der Syrer war am Dienstag in Schwerin von Spezialeinheiten festgenommen worden. Laut Bundesanwaltschaft fasste er spätestens im Juli den Entschluss, "in Deutschland inmitten einer größeren Menschenansammlung einen Sprengsatz zu zünden und dadurch eine möglichst große Anzahl von Personen zu töten und zu verletzen". Ein konkretes Anschlagsziel hatte er aber offenbar noch nicht ins Auge gefasst.

A. wollte nach bisherigen Erkenntnissen offenbar den hochexplosiven und häufig von Dschihadisten eingesetzten Sprengstoff TATP herstellen. Entsprechende Chemikalien wurden nach Angaben der Bundesanwaltschaft bei der Durchsuchung einer Wohnung gefunden. Demnach wollte der 19-Jährige das TATP als "Initialsprengstoff" verwenden. Nach Einschätzung von Experten erlauben die bisherigen Erkenntnisse Rückschlüsse auf einen "Sprengsatz mit hoher Wirkladung".

Aufgrund von Erkenntnissen des Bundesverfassungsschutzes und des Bundeskriminalamts (BKA) war am 21. Oktober ein Ermittlungsverfahren gegen A. eingeleitet worden. Der Bundesanwaltschaft zufolge wurde er rund um die Uhr durch ein mobiles Einsatzkommando des BKA beobachtet, bevor der Zugriff erfolgte. Hinweise auf mögliche Mittäter oder Helfer gibt es nach Angaben der Ermittler derzeit nicht.

Dem Bundesinnenministerium zufolge hatte Yamen A. Anfang September 2015 in Mecklenburg-Vorpommern einen Asylbegehren gestellt, seit im Februar 2016 lief sein Asylantrag. Im April 2016 wurde ihm eine auf drei Jahre befristete Aufenthaltserlaubnis gewährt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte nach der Festnahme von A., die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Terrorismusbekämpfung weiter zu stärken. "Bei der Konkretisierung dieses wichtigen Ziels brauchen wir bei den nächsten Sondierungsrunden unbedingt Fortschritte", sagte Herrmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch mit Blick auf die laufenden Gespräche von CDU, CSU, FDP und Grünen.

Die Festnahme belege einmal mehr, dass die Gefahr eines islamistisch motivierten Anschlags in Deutschland weiterhin hoch sei, sagte Herrmann. Es sei "ein wichtiger Erfolg der Sicherheitsbehörden". Der Einsatz zeige, dass diese im Kampf gegen den Terror grundsätzlich gut aufgestellt seien.