Haftbefehl gegen in Afghanistan festgenommenen Deutschen liegt seit 2014 vor

Gegen den in Afghanistan festgenommenen mutmaßlichen deutschen Islamisten besteht bereits seit mehr als drei Jahren ein Haftbefehl. Gegen den 36-Jährigen aus Worms wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt, wie die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Donnerstag mitteilte. Er ist demnach seit November 2014 international zur Festnahme ausgeschrieben.

Die afghanischen Behörden hatten in der vergangenen Woche mitgeteilt, den Deutschen festgenommen zu haben, der als Militärberater für die radikalislamischen Taliban gearbeitet haben soll. Er sei bei einem Einsatz afghanischer Spezialeinheiten in der südlichen Unruheprovinz Helmand gefasst worden.

Laut Generalstaatsanwaltschaft Koblenz soll der Mann im August 2012 von Frankfurt am Main aus über die Türkei zunächst nach Pakistan gereist sein. Spätestens seit Sommer 2014 soll er sich in Afghanistan aufgehalten haben. Zu seiner Festnahme und den Aktivitäten des Beschuldigten dort könnten derzeit "noch keine verlässlichen weiteren Angaben gemacht werden", erklärte die Behörde.

Die Generalstaatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben, ob eine Auslieferung des Manns beantragt wird. Ebenfalls geprüft wird demnach, ob die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe der Fall übernimmt.