Hättest du es gewusst? Das sagt das Siegel auf Molkereiprodukten aus

Anna Rinderspacher
·Lesedauer: 2 Min.

Klimakatastrophen und ein großer Anstieg an Krankheiten: Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich dringend etwas ändern muss in unserer Welt. Und diese Veränderung kann jeder einzelne von uns mit herbeiführen. Eine Sache, die wir uns alle für 2021 vornehmen können, ist ein bewussterer Lebensmittelkonsum; durch eine gesunde Ernährung tun wir uns selbst etwas Gutes, durch ein nachhaltiges Kaufverhalten auch unserer Umwelt.

Bestimmte Siegel auf der Verpackung geben Auskunft über das Produkt. (Symbolbild: Yahoo)
Bestimmte Siegel auf der Verpackung geben Auskunft über das Produkt. (Symbolbild: Yahoo)

Es hilft deshalb, zu wissen, wo die Lebensmittel, die wir konsumieren, herkommen und welchen Weg sie zurückgelegt haben, ehe sie bei uns auf dem Teller landen. Das gilt vor allem für tierische Erzeugnisse wie Eier, Fleisch und Molkereiprodukte. Denn die Herstellung dieser Produkte, von der Aufzucht bis über die Fütterung, Schlachtung und den Transport, ist für einen Großteil der Emissionen verantwortlich, die unserem Klima schaden.

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Aber wie lässt sich feststellen, wo unsere Erzeugnisse herkommen? Ganz einfach: durch bestimmte Siegel auf den Verpackungen.

Einheitliche Lebensmittelsiegel innerhalb der Europäischen Union

Innerhalb der Europäischen Union müssen tierische Lebensmittel nämlich einheitlich gekennzeichnet werden. Viele Siegel, wie das Bio-Siegel oder das Vegan-Siegel sind geschützte; die Zertifizierung wird vorher eingehend geprüft und unterliegt strengen Regeln. Auf den Verpackungen von Molkereiprodukten findet man hingegen meist ein schwarzes, ovales Siegel mit einer Kombination aus Buchstaben- und Zahlencode darin, das sogenannte Identitäts- und Genusstauglichkeitskennzeichen.

Das bedeutet das Oval auf Molkereiprodukten

Zwar gibt dieses Kennzeichen keine Auskunft über den Ort der Aufzucht des Tieres, es lässt sich jedoch anhand dessen ermitteln, wo das tierische Produkt – also Käse, Milch, Quark etc. – zuletzt verarbeitet oder verpackt wurde.

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Ähnlich wie bei einem Autokennzeichen stehen die ersten beiden Buchstaben dabei für ein Bundesland oder Land, je nachdem, ob das Erzeugnis aus Deutschland oder einem anderen europäischen Land stammt. Der Zahlencode ist dem Betrieb zugeordnet, der für die Verarbeitung zuständig ist, darunter findet man die Buchstabenkennung EG, die für Europäische Gemeinschaft steht.

Wo kommen meine Lebensmittel her?

Wer genau wissen will, aus welchem zugelassenen Betrieb ein bestimmtes Fleisch- oder Molkereierzeugnis stammt, kann in der Datenbank "Listen der gemäß Verordnung (EG) Nr. 853/2004 zugelassenen Betriebe für den Handel mit Lebensmitteln tierischen Ursprungs in Deutschland“ nachsehen.

Beispielsweise findet man dort heraus, dass Produkte mit dem Kennzeichen BY 30597 von der Hofkäserei Kremer aus dem bayrischen Falkenstein stammen; Produkte mit dem Kennzeichen HE 20907 stammen hingegen aus dem Eislabor Nadine Zanger im hessischen Runkel Schadeck. Das Kennzeichen garantiert die geprüfte Genusstauglichkeit eines Produktes und hilft dabei, die Transportwege in den Supermarkt nachzuvollziehen, in dem man das Lebensmittel findet. Wer die Umwelt schützen und Emissionen reduzieren will, kauft am besten so regional wie möglich.

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