Haben Matt Damon und Russell Crowe Enthüllungen über Harvey Weinstein verhindert?

Haben Matt Damon und Russell Crowe Enthüllungen über Harvey Weinstein verhindert?

Harvey Weinstein ist einer der mächtigsten Filmbosse in Hollywood. Doch Nachforschungen der "New York Times" haben ergeben, dass der Produzent Frauen sexuell belästigt und mit Geld zum Schweigen gebracht haben soll. Zu diesen Enthüllungen hätte es allerdings schon viel früher kommen können. Das behauptet nun Journalistin Sharon Waxman auf ihrem Portal "The Wrap".

Bereits 2004 arbeitete Sharon Waxman für die "New York Times" an einer Story über Harvey Weinstein. Ihre Spur soll sie damals zu Fabrizio Lombardo, dem Chef der italienischen Produktionsfirma Miramax, geführt haben. Der Journalistin zufolge soll dieser aber keine Ahnung vom Film haben und lediglich eingestellt worden sein, um sich um die "Bedürfnisse" von Weinsteins Frauen zu kümmern. 400.000 US-Dollar habe er dafür im Jahr kassiert.

Doch damit nicht genug: Denn Waxman schreibt in ihrem Artikel, sie hätte eine Frau in London ausfindig gemacht, die von Harvey Weinstein zuerst sexuell belästigt und dann mit Geld zum Schweigen gebracht worden sei. Genügend Stoff für eine brisante Story – eigentlich.

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Laut der Journalistin sollen sich im Anschluss auch Matt Damon und Russell Crowe ins Spiel gebracht haben um den drohenden Skandal zu verhindern. Die beiden Hollywood-Stars, die mit Harvey Weinstein in Filmen wie "Good Will Hunting" oder "Master and Commander" zusammengearbeitet haben, riefen Waxman persönlich an und verbürgten sich für Lombardo. Weinstein selbst erschien persönlich in der Redaktion, um seinem Unmut über den bevorstehenden Artikel zu äußern. Letzendlich schaffte es die Geschichte in ihrer ursprünglichen Form nicht in die New York Times.

Mittlerweile hat sich Damon zum Skandal und zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. In einem Interview mit der US-Seite "Deadline" räumte der Schauspieler ein, Waxman angerufen zu haben – auf Wunsch von Weinstein. Allerdings habe er keine Ahnung gehabt, worüber die Journalistin schreibe und habe nur etwa eine Minute über die „professionelle Erfahrung“ geredet, die er mit Lombardo gemacht habe. Zudem habe er nie mitbekommen, wie Weinstein Frauen sexuell belästigt habe. Hätte er es mitbekommen, hätte er es gestoppt, so der Schauspieler weiter. Ihm sei „einfach nur schlecht“ gewesen, als er davon erfahren habe.

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Eine schockierende Enthüllung, findet auch Rose McGowan, die selbst eines der Opfer von Harvey Weinstein ist. Am Montag meldete sich die Schauspielerin auf Twitter zu Wort. Dort schrieb sie: "Hey Matt Damon, wie ist es ein rückratloser Profitmacher zu sein, der sich in Schweigen hüllt?"


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