Haben Dumbledore und Grindelwald eine homosexuelle Beziehung? Fans ärgern sich über J.K. Rowling

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
J.K. Rowling sorgte mit ihren Äußerungen für eine Kontroverse. (Bild: Samir Hussein/WireImage/Getty Images)

Harry-Potter-Fans ärgern sich über J.K. Rowling: In einem Interview sprach die Autorin davon, dass zwei der männlichen Charaktere eine homosexuelle Liebesbeziehung miteinander hätten.

Konkret geht es dabei um die beiden Charaktere Dumbledore (der Schulleiter der Hogwarts-Schule) und Grindelwald (ein schwarzer Magier) aus dem Harry-Potter-Universum. Im Rahmes des DVD-Bonusmaterials des Films “Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen” erklärt Rowling in einem Interview: “Ihre Beziehung war unglaublich intensiv. Sie war leidenschaftlich und sie war eine Liebesaffäre. Aber wie das in jeder Beziehung passiert, ob gay, straight oder welche Schubladen wir dem auch immer geben wollen, weiß keiner, was die andere Person wirklich fühlt”, zitiert sie die Website “mashable.com”.

“Also ich bin weniger an der sexuellen Seite interessiert – obwohl ich glaube, dass diese Beziehung eine sexuelle Dimension hat – als viel mehr an den Emotionen, die sie füreinander empfinden. Genau das ist schlussendlich das Faszinierendste an menschlichen Beziehungen”, fuhr Rowling fort.

Genervte Fan-Reaktionen

Nicht alle fanden Rowlings Gedanken zu dem Thema angemessen. Eine Twitter-Nutzerin kritisierte beispielsweise, Rowling wolle das Harry-Potter-Universum nachträglich diversifizieren.


“Ich habe genau dieselbe Reaktion auf J.K. Rowling, die nachträglich das Harry-Potter-Universum diversifizieren will, die ich auch auf James Cameron hatte, als der vier Avatar-Fortsetzungen ankündigte. Danach hat niemand gefragt.”

Ein anderer kritisierte, Rowling habe mit ihrem Diskurs homosexuelle Charaktere und Beziehungen rein auf Sex reduziert.


“Den Punkt so richtig verfehlt und wirklich alles untergraben, was du tun hättest können, um zu beheben, dass du Dumbledores sexuelle Orientierung im Kanon außen vor gelassen hast. Das reduziert schwule Beziehungen und Charaktere auf reinen Sex in den Medienkommentaren. Und das ist das Letzte, was wir gebraucht haben.”

Noch kritischer sieht dieser Nutzer das Bild, das Rowling von Homosexualität zeichnet.


“J.K. Rowling zeigt ihre Unfähigkeit, Homosexuelle als etwas anderes als eklige und fürchterliche Monster zu sehen.”

Eine Nutzerin erklärt, dass Rowling generell gerne unnötige Details anfüge.


“J.K. Rowling, die alle zwei Monate auftaucht, um etwas zu sagen, nach dem niemand gefragt hat, ist so wie ich, wenn ich bei Essays irgendwelche Details hinzufüge, nur um auf eine größere Anzahl an Wörtern zu kommen.”

Die Frage nach der Sexualität der Charaktere stelle sich doch gar nicht, findet eine andere Person.


“Was hat Dumbledores sexuelle Orientierung bitte mit der Geschichte zu tun?”

Die Kritik an Rowling hat also mehrere Facetten: Während einige LGBT-Befürworter argumentieren, Rowling hätte die Sexualität von vornherein nicht außen vorlassen dürfen oder hätte einen völlig missglückten Diskurs losgetreten, finden andere, dass sich die Autorin an die LGBT-Bewegung anbiedern wolle. Wiederum andere scheinen die Ausführungen generell für unnötig zu halten.

Rowling wollte die Kontroverse auf Anfrage des Nachrichtensenders CNN nicht kommentieren, wie eine Sprecherin mitteilte.