Habeck will in Israel über neues Gasfeld sprechen

BERLIN (dpa-AFX) - In Israel und den Palästinensergebieten will Vizekanzler Robert Habeck diese Woche auch über die Erschließung eines neuen Gasfeldes und die jüngste Eskalation der Gewalt im Nahost-Konflikt sprechen. "Es fehlt noch immer Gas, wenn wir uns von Russland unabhängig machen wollen", sagte der Wirtschafts- und Klimaschutzminister am Montag in Berlin kurz vor seinem Abflug nach Israel. Diese Frage stehe zwar nicht im Zentrum seiner Reise, werde aber auch zur Sprache kommen.

"Israel hat auch ein großes Gasfeld, das ist zwar leicht zu explorieren", ein kurzfristiger Gasexport nach Europa von dort wäre jedoch mangels Infrastruktur nicht leicht zu bewerkstelligen. Eine Infrastruktur aufzubauen, die etwa 2027 fertiggestellt wäre "und dann nach fünf Jahren schon wieder rückgebaut werden muss, das macht dann auch keinen Sinn", gab er zu bedenken. Falls allerdings kurzfristig eine Kooperation mit Anrainerstaaten, die LNG-Terminals haben, zustande käme, "dann könnte das sicherlich helfen". Schwerpunkt seiner Reise sei jedoch der Ausbau von erneuerbaren Energien.

Seine viertägige Reise führt Habeck nach Israel, in die Palästinensergebiete und nach Jordanien.

Seit März sind bei einer Terrorwelle in Israel 18 Menschen getötet worden. Im Westjordanland wurden ein israelischer Wachmann und ein Soldat von Palästinensern erschossen. Seit Wochen führt die israelische Armee in Teilen des besetzten Westjordanlands Razzien durch. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit Ende März mehr als 30 Palästinenser getötet. Sie wurden zum Teil bei Militäreinsätzen getötet, aber auch bei eigenen Anschlägen oder bei Zusammenstößen mit der Armee.

"In Israel und zwischen den palästinensischen Gebieten gibt es in diesen Tagen ja enorme Spannungen, viele Tote, sehr viele Anschläge von palästinensischen Terrorgruppen in Israel, robustes Vorgehen der israelischen Soldaten oder Sicherheitskräfte in den palästinensischen Gebieten und in Jerusalem", sagte Habeck. Sein Ziel sei es, "dort, soweit das Deutschland kann, ein bisschen wieder das Thema von Deeskalation auf den Tisch zu bringen". Er fügte hinzu: "Wenn das gelingt, wäre es wunderbar."

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