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Habeck zu Treibhausgas-Bilanz: 'Verkehrssektor angehen'

BERLIN (dpa-AFX) -Mit Blick auf die vorläufige Treibhausgas-Bilanz für das Jahr 2022 betont Bundesklimaschutzminister Robert Habeck den Handlungsbedarf unter anderem im Verkehr. Es gelte jetzt, die Klimaziele zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, erklärte Habeck in einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Mitteilung. "Schneller beim Ausbau der Erneuerbaren, entschlossen weiter im Wärmebereich, höhere Effizienz bei der Nutzung von Energie und engagierte Dekarbonisierung der Industrie. Und den Verkehrssektor angehen."

Nach vorläufigen Zahlen des Umweltbundesamts ist der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen in Deutschland im vergangenen Jahr leicht um 1,9 Prozent gesunken. Es seien gut 15 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase als 2021 freigesetzt worden, teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit. Im Bereich der Energie gebe es einen deutlichen Anstieg. Grund dafür seien die Einsparungen beim Erdgas - stattdessen setzte die Industrie vermehrt auf Stein- und Braunkohle, aber auch auf mehr Erneuerbare. Das Jahresziel konnte demnach in diesem Bereich knapp eingehalten werden. Auch im Verkehr erhöhte sich laut UBA der Ausstoß. Als einziger Sektor sei dort die zulässige Emissionsmenge für 2022 überschritten worden während zugleich die Emissionen stiegen. Im Gebäudebereich sanken diese, das Ziel wurde aber ebenfalls verfehlt.

"Die heutigen Zahlen spornen an und überraschen teilweise sogar", stellte Habeck fest. "Ich hatte angesichts der Folgen des russischen Angriffskriegs mit schlechteren Zahlen im Energiebereich gerechnet. Denn schließlich haben wir im letzten Jahr eine Menge alter Kohlekraftwerke ans Netz nehmen müssen." Das liege maßgeblich an der neuen Dynamik beim Ausbau erneuerbarer Energien.