Habeck, der grüne Macron

Jürgen Klöckner
  • Von der Großen Koalition profitieren jene, die für eine andere, junge und frische Politik stehen – wie Grünen-Chef Robert Habeck
  • Er hat sich vorgenommen, seine Partei zu einer Volksbewegung zu machen – ganz ähnlich wie der französische Präsident Macron

Wenn Robert Habeck an die Neuauflage der Großen Koalition denkt, dann kommen ihm “ausgelatschte Schuhe mit neuen Schnürsenkeln” in den Sinn.

Das jedenfalls sagte der Grünen-Chef, als er kürzlich bei Anne Will saß und über vier weitere Jahre Schwarz-Rot sprach.

Er selbst dagegen wirkte dabei – um im Bild zu bleiben – wie ein Paar nagelneue Sportschuhe, bereit für einen Marathonlauf, an dessen Ende eine neue Volkspartei steht: seine Grünen.

Den Lauf hat Habeck in den vergangenen Wochen begonnen. Er war beinahe allgegenwärtig in den TV-Talkshows und füllte Zeitungs- um Zeitungsseite mit seinen Interviews und Gastbeiträgen – und machte dabei immer wieder klar, wie er die politische Landschaft in Deutschland umkrempeln will.

Und die Voraussetzungen für sein Projekt könnten nicht besser sein.

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Die GroKo steht in den Augen vieler Bürger für Langeweile und politischen Stillstand, für wachsenden politischen Verdruss und für den Aufstieg der AfD.

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